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Kirche in WDR 2 | 10.12.2018 | 05:55 Uhr

18 Jahre Advent

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist, ist das Wochenende leider schon wieder vorbei. Tja.

Was am Sonntag schön ist: Du musst weniger warten also sonst. Die U-Bahn-Haltestellen sind leerer, die Züge fahren pünktlicher. Musst du nicht so lange auf eine Bahn warten. Das Kamener Kreuz ist frei und auch die Zoobrücke in Köln – musst du mit dem Auto nicht im Stau stehen und warten. Die Läden sind zu, gibt’s also auch keine Kasse, an der du stehen musst um zu warten. Das Telefon klingelt nicht so oft, und du musst auch nicht auf einen Rückruf warten. Und ich hoffe, du bist gesund geblieben, dir ist nichts passiert – musstest du auch nicht zum Notdienst in Krankenhaus und dich dort auf einen Plastikstuhl setzen und warten.

Vielleicht hast du ja am Sonntag Weihnachtskekse gebacken. Gut, da musst du warten, bis sie braun und lecker aus dem Ofen kommen. Oder du warst auf einem Weihnachtsmarkt. Klar, der ist am Sonntag voll, und da musst du am Glühweinstand anstehen und warten, bis du dran bist.

Apropos Wein. Mein Freund Christian ist Önologe. Er hat also Weinbau studiert und kann dir jede Frage über den Wein beantworten. Wie die Rebsorte heißt, wo sie herkommt, was Tannine sind. Wie ein Weinberg bewirtschaftet wird. Warum man die Blätter über den Trauben abreißt. Auf welchem Boden Rebstöcke am besten wachsen. Warum es manchmal gut ist, Rotwein kalt zu trinken und warum ein leicht süßer Weißwein zu bestimmtem Käse am besten schmeckt. Und hast du das Glück, bei Christian zu Gast zu sein – dann bekommst du immer eine leckere Flasche serviert. Oder auch zwei. Je nachdem.

Von Christian habe ich jedenfalls viel über das Warten gelernt. Einmal rief er mich an und sagte: Hey, im Haus deiner Eltern, da gibt es doch so einen tollen Gewölbekeller. Konstante Temperatur. Nicht zu feucht, nicht zu trocken. Ideales Klima. Könnte ich da ein paar Flaschen Wein einlagern? Klar, war kein Problem. Also sind wir mit fünf oder sechs Kisten Wein hingefahren und haben sie bei meinen Eltern im Keller abgestellt. Ich war natürlich neugierig und habe ihn gefragt, was denn ausgerechnet an diesen Flaschen so besonders wäre, dass ihm sein eigener Keller nicht geeignet genug erschiene.

Tja, hat er gesagt, ich habe am Tag der Geburt meiner Kinder Wein weggelegt. Und der wird exakt immer dann trinkreif, wenn ein Kind 18 wird. Dann hole ich den, und wir stoßen an. Ist ja was Besonderes. Und da Christian vier Kinder hat und überhaupt eine große Familie kamen da einige Flaschen zusammen.

Und so rechnete Christian auf der Fahrt zum Keller meiner Eltern aus, welchen Wein aus welcher Kiste er wann mit welchem seiner vier Kinder und seiner Familie trinken würde. Und freute sich wie ein Kind dabei. Er hatte gewissermaßen vier Mal Advent. Und nicht nur vier Wochen, sondern vier Mal 18 Jahre.

Ganz schön lang. Inzwischen sind drei von Christians vier Kindern schon 18 geworden. Der Keller ist also fast leer. Manchmal braucht es Zeit, Wartezeit, damit etwas besonders werden kann: Wein wird zu besonderem Wein. Kinder werden besondere Menschen.

Auch die Welt ist nicht gewöhnlich. Sie ist besonders. Manchmal brauchen Menschen Zeit, um das wieder sehen zu lernen. Wartezeit. Adventszeit. Deine Zeit, die du brauchst, bist du siehts, dass Weihnachten ist.

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