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Kirche in WDR 5 | 25.08.2014 | 06:55 Uhr

1914 – Ausbruch des Ersten Weltkrieges

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer!

Zwei vergilbte Fotografien finden sich in der Fotokiste meiner Familie. Die eine zeigt eine Postkutsche vor einer Poststation im Sauerland. Darauf ein junger Postkutscher mit dem Horn in der Hand. Das zweite zeigt, wie diese Postkutsche eine junge Allee hinab fährt. Auf der Rückseite der Fotografie: eine kurze Notiz mit Bleistift: „Post gefahren von 1914 bis 1917“.

Es sind zwei Fotos aus dem Nachlass meines Großvaters, den ich nie kennen gelernt habe, weil er drei Jahre vor meiner Geburt gestorben ist. Er war als junger Mann Postkutscher zwischen zwei Ortschaften seiner sauerländischen Heimat, bis ihn die Wirklichkeit des Ersten Weltkrieges einholte. 1917 musste er zur Marine einrücken. Auch aus jener Zeit gibt es ein Foto, das einen jungen Matrosen in der typischen Seemannskleidung zeigt: Ernst und nachdenklich blickt er in die Kamera.

Nach dem Krieg war dann alles anders: Die Postkutschen waren durch Busse ersetzt, mein Großvater kam in die Großstadt um dort zu arbeiten.

Ich erzähle das, weil mir an diesem Schicksal aus der eigenen Familie deutlich wird, was bei dem Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren auch vor Augen stehen muss: Dieser Krieg hat nicht nur die politische Ordnung in Europa völlig verändert, er hat auch das Leben unzähliger Menschen aus dem Tritt gebracht. Was wäre mit meinem Großvater geschehen ohne den Krieg? Wie viele haben die schlimmen Jahre nicht überlebt? Wie viele sind an Leib und Seele gebrochen und für immer gezeichnet aus den schrecklichen Schlachten und dem Töten des Krieges heimgekehrt?

Die politischen Folgen dieses großen Mordens haben das 20. Jahrhundert geprägt. Und noch heute mahnen die Schlachtfelder von Flandern bis nach Frankreich an ein Grauen, das sich kaum einer vorstellen mag.

Christen haben sicherlich auf allen Seiten damals mit „Hurra“ geschrieen, als der Krieg ausbrach. Das erschüttert mich noch heute. Aber es gab auch viele, die auf Grund ihres Glaubens vor dem Verhängnis warnten. Viele fragen dann nach dem Einfluss des Papstes: Was stand dabei in seiner Macht? Vom Hl. Papst Pius X. wird berichtet, dass er alles getan habe, um die katholischen Fürsten und Staatslenker zum Frieden zu mahnen. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges, den er nicht verhindern konnte, habe ihm förmlich das Herz gebrochen. Drei Wochen nach dem Kriegsausbruch, am 20. August 1914, ist er gestorben. Sein Nachfolger, Benedikt XV., war ein Kämpfer für den Frieden, ein Friedenspapst, dessen Initiativen im allgemeinen Hass allerdings fast untergingen. Ein ohnmächtiger Mahner auf dem Papstthron. Aber wie er waren es Christen, die nach dem Ersten Weltkrieg versuchten, für die Versöhnung der Völker einzutreten. Die erste Enzyklika des Papstes, 1920 herausgegeben, hatte den Frieden zum Thema: „Pacem, Dei munus pulcherrimum“ war ihr Titel, zu Deutsch:– „Der Friede, das schönste Geschenk Gottes“. Es war das erste solcher päpstlichen Rundschreiben, das sich in der Hauptsache mit dem Thema Frieden befasste. Doch auch mitten im großen Kämpfen und Morden des Weltkrieges blieben es Christen, die nicht müde wurden, sich für den Frieden einzusetzen. Sie begannen oft bei sich selber, weil sie wussten, jeder echte Friede muss im eigenen Herzen beginnen.

Das ist eine der wichtigen Botschaften beim Gedenken an den 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges: Friede beginnt bei mir, in meinem Denken, in meinem Reden und in meinem Tun.

Dass Sie diese Woche gut verleben, das wünscht Ihnen Weihbischof Matthias König aus Paderborn.

Copyright Vorschaubild: dantedt Public Domain Pixabay

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