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Kirche in WDR 2 | 31.12.2016 | 05:55 Uhr

2016 war alles anders

O-Ton (Dinner for One):

James: Aehm, by the way. The same procedure as last year, Miss Sofie?

Miss Sofie: The same procedure as every year, James!

Nein, Miss Sofie, das geht irgendwie dieses Silvester nicht. 2016 war nicht „the same prodcedure as every year“. Dafür ist zu viel passiert, als dass ich diesen Jahreswechsel abspulen könnte, wie die x-te Wiederholung von „Dinner for One“ im Fernsehen. 2016 war anders.

Das wird mir auch an den Jahresrückblicken deutlich, die zwar in diesen Tagen im Fernsehen routiniert laufen – eben „the same procedure“ – aber die Ereignisse waren war ja wohl alles andere als Routine. Nicht zuletzt der Anschlag in Berlin, noch kurz vor Weihnachten.

Und deshalb ist mir auch nicht danach so zu tun, als könnte ich mit einem ewig gleichen Programm das eine Jahr abhaken und das nächste Jahr beginnen –

damit dieses wieder genauso enden kann.

Was mich angesichts der Geschehnisse in diesem Jahr hingegen beeindruckt hat, ist eine „procedure“, die die Nonnen im Kloster Dinklage im Oldenburger Land jeden Mittag machen. Es ist ein Gebet.

Jeden Tag, um 5 vor 12, lassen die Schwestern alles stehen und liegen.

Sie halten sozusagen die Welt an, und dann beten sie für den Frieden in dieser Welt. In diesem Jahr habe ich manches Mal mit den Schwestern gebetet.

Und dieses Ritual berührt mich irgendwie besonders.

In einer Welt, in der der schnelle Verdacht, das noch schnellere Urteil und der Gegenschlag zum Alltag geworden sind, stellen die Nonnen von Dinklage ihre eigene Routine dagegen: Sie beten.

Man könnte auch sagen, sie stellen die Welt auf den Kopf: Sie beten täglich für den Frieden - zum Trotz gegen eine Welt, die den Eindruck erweckt, dass Krieg und Terror, Unfrieden und Streit die eigentliche Routine geworden sind.

Und weil eben dieser Jahreswechseltag nicht „the same procedure as every year“ ist, möchte ich dieses Friedensgebet der Schwestern von Dinklage jetzt einfach hier beten:

Ewiger Gott,

durch dein machtvolles Wort hast du die Schöpfung ins Sein gerufen und sie uns Menschen anvertraut, damit wir sie gestalten und bewahren.

Wir bitten dich:

Schau voll Erbarmen auf unsere Welt, auf ihre Sehnsucht nach Frieden und bewahre sie vor Zerstörung.

Lass uns nicht allein, wenn wir die Konsequenzen menschlichen Tuns nicht tragen können. Sprich dein Wort der Vergebung dort, wo wir selbst schuldig werden.

Sei allen nahe, die zu Opfern von Terror und Gewalt, von Machtstreben und Hochmut, von Umweltausbeutung und Naturkatastrophen werden.

Wir denken an:

Nizza, Brüssel, Aleppo und Berlin, an Afghanistan, Tibet, Nord- und Südkorea und an die USA ...

Mache uns zu einem Werkzeug deines Friedens und befähige uns, in unserem Alltag konkrete Schritte der Versöhnung zu tun und deine Schöpfung als Lebensraum für alle Geschöpfe zu erhalten.

Darum bitten wir im Namen deines Sohnes Jesus Christus, unseres Bruders und Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und Leben schafft in Ewigkeit. Amen.

Kommen Sie gut in diesen Tag und in das neue Jahr!

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