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Sonntagskirche | 23.04.2017 | 08:55 Uhr

Ach Du heilige Erde

Guten Morgen,

es ist mal wieder Sonntag – Tag und Zeit für Gott. Sie wissen schon: Der, von dem es heißt, er habe die Welt in sieben Tagen erschaffen. Genauer gesagt ja eigentlich in sechs. Am siebten Tag war Ausruhen angesagt. Zufrieden schaute Gott da auf sein Werk, heißt es am Anfang der Bibel, und da steht auch: Gott segnete und heiligte diesen Tag.

„Ach Du heilige Erde“ heißt es also heute – und nicht nur, weil Sonntag ist, sondern auch weil wir den 23. April schreiben. 1970 hat die UNESCO den heutigen Tag „Tag der Erde“ getauft. Mir der Umwelt bewusst werden und mein Konsumverhalten überdenken – das ist heute dran. Gut. Soweit alles klar. Salami also nur vom Bio-Metzger. Und in den Latte Macchiato kommen nur Kaffee aus fairem Handel und Hafermilch.

Oder? Bei Ihnen ist das nicht so?

Ich sag Ihnen was: Machen Sie sich nichts draus! Es gibt ja für alles Lösungen. Erst recht für die Erleichterung des Gewissens. Verharmlosen zum Beispiel. „Also die EINE Tüte Billigkaffee mehr oder weniger, darauf kommt´s ja nun nicht an ...“ Oder ganz einfach alles leugnen, was da mit unserer Umwelt passiert. Ein nicht nur bei amerikanischen Politikern beliebter Satz: „Den Klimawandel gibt es gar nicht!“

Da lobe ich mir die Initiative, die man in der Stadt Kassel zum heutigen „Tag der Erde“ ins Leben gerufen hat. Ein Tag ohne Fleisch, heißt der Plan. Doch dagegen gibt es sogar Petitionen von Leuten, denen ihre Wurst heilig ist. Eifrig sammeln sie Unterschriften gegen das sogenannte „Bratwurstverbot“.

Ich habe das nicht unterschrieben. Und wissen Sie, warum: Ein Würstchenverbot, auch im übertragenen Sinne - an wie vielen Stellen würde ich mir das wünschen, gerade in der Politik, gerade bei Wahlen wie heute in Frankreich.

Doch die Versuchung ist und bleibt natürlich groß: Wenn einer daherkommt und sagt: „Hier, ich bin´s! Mit mir kriegt ihr alles, was ihr wollt!“ Ach, ich gebe es zu: Ich möchte es ihm einfach glauben. Und endlich in Frieden ins Salamibrötchen beißen. Es ist Sonntag. Ich will meine Ruhe. Ich will es bequem.

„Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn.“ (1. Mose 2,3; Lutherübersetzung) Wie unbequem, wenn das Heilige über meinen Tellerrand hinausreicht. Wenn ich mich drum kümmern soll, was aus dieser Erde wird. Hoffentlich sind wir auf Dauer nicht alle zu erschöpft für die Schönheit der Schöpfung. Hoffentlich glauben wir nicht alle stumpf denen, die es uns einfach machen. Hoffentlich sind wir wach und erkennen, dass manche Menschen zwar echt die Krönung sind – aber der Mensch an sich eben nicht die Krone der Schöpfung ist. „Ach Du heilige Erde“, sagt Gott am Ende staunend über sein Werk. Und beschließt es mit seinem Segen. Kraft der Vollendung, Kraft der Ruhe, Kraft um neu zu werden. Ich vertraue fest darauf, dass dieser Segen Kraft gibt. Kraft gut aufzupassen, auf die Erde und auf alles, was darauf lebt.

Einen gesegneten Sonntag wünscht Ihnen, Pfarrerin Daniela Kirschkowski aus Marl.

Daniela Kirschkowski, Pfarrerin in Marl

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