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Hörmal | 08.12.2013 | 07:45 Uhr

Adolf Kolping 200. Geburtstag

Kerpen ist für viele die „Michael-Schumacher-Stadt“. Wer auf der A4 hinterm Kerpener Kreuz Richtung Aachen fährt, sieht die große Kart-Halle mit seinem Namenszug. Wenn man heute in der Welt also von dem „Kerpener“ spricht ist klar: damit ist der mehrfache Formel1-Weltmeister gemeint.

Das war bis in die 1990er Jahre anders. Da war jemand als „Kerpener“ bekannt, der keine Autos lenkte, aber dafür eine globale Organisation gegründet hat: Adolf Kolping. Heute vor 200 Jahren wird Kolping in Kerpen geboren. Ursprünglich ein einfacher Schuster sattelt er mit 23 Jahren um, drückt noch einmal die Schulbank, um Theologie zu studieren und Priester zu werden. In seiner ersten Stelle als Kaplan in Elberfeld lernt er einen Verein kennen, der sein ganzes Leben prägen wird: ein christlicher Zusammenschluss von Gesellen. Deren Lebenssituation kennt er aus eigener Erfahrung: Nach der Ausbildung gehen die Gesellen auf Wanderschaft, um Berufserfahrungen zu sammeln. Aber diese Erfahrungen sind nicht immer erfreulich: Ausbeutung, Verwahrlosung, Alkoholismus. Gerade in den Städten geraten viele Gesellen unter die Räder.

Das erklärte Ziel von Adolf Kolping: den jungen Gesellen eine Heimat in der Fremde geben. So greift er die Idee von Elberfeld auf und gründet Gesellenvereine.

Kolpings Idee verbreitete sich von Köln aus über Deutschland und Österreich bis in viele Länder Latein- und Nordamerikas, Afrikas und Asiens. Heute gibt es in 61 Ländern weltweit ca. 450.000 Mitglieder im Kolpingwerk.

Gesellen auf Wanderschaft, die gibt es heute kaum noch – die Zeiten haben sich eben geändert. Aber: Ist das nicht gerade jetzt wieder eine neue Herausforderung, eine Heimat zu schaffen für junge Arbeitssuchende? Heute kommen die inzwischen aus ganz Europa und der Welt zu uns. Die neuesten Statistiken sind alarmierend: In Spanien, Griechenland und Kroatien hat jeder zweite junge Mensch unter 25 Jahren keine Stelle. Und in Deutschland herrscht ein Mangel an jungen Fachkräften. Daher wirbt die Bundesagentur für Arbeit mit dem Slogan: „The Job of my Life“ und versucht junge Arbeitslose aus der EU nach Deutschland zu holen. Natürlich ist das nicht unproblematisch: Vielleicht bluten die anderen Staaten so aus, wenn ihre Zukunftsgeneration auswandert? Und wie kann umgekehrt Deutschland diese Zuwanderung verkraften? Wer hilft bei der Integration? Hier ist die Idee des „Kerpeners“ wieder gefragt.

Adolf Kolping sah in dem Fremden nicht den Konkurrenten und Gegner, sondern den Nächsten, der auch Geschöpf Gottes ist. Ausgehend von diesem Menschenbild ging es ihm darum, dass die jungen Menschen in der Fremde nicht unter die Räder kamen, sie sollten Heimat und Geborgenheit erfahren und zu einer Persönlichkeit heranwachsen können.

Ich selber habe anderthalb Jahre in Italien und Österreich verbracht und weiß, wie wichtig es ist, auch in der Fremde gut aufgehoben zu sein: Einladungen in fremde Häuser, gemeinsames Essen und Besuche haben mir das Gefühl gegeben, auch hier etwas zu Hause zu sein.

Hinter solcher Gastfreundlichkeit steckt vielleicht noch mehr: ein religiöses Urvertrauen, das Adolf Kolping so auf den Punkt gebracht hat: „So weit Gottes Arm reicht, ist der Mensch nie ganz fremd und verlassen. Und Gottes Arm reicht weiter, als Menschen denken können.“

Zitiert nach: Kalender für das katholische Volk 1857. Katholischer Volkskalender. Hrsg.: Kolping / Clericus / Grimme. Köln und Neuß, 1857, S. 94

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