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Sonntagskirche | 01.12.2013 | 08:55 Uhr

Advent mal anders

Guten Morgen liebe Hörerin, lieber Hörer!

Heute ist der erste Advent. Eine besondere Zeit im Jahr beginnt. Unsere Häuser und Städte sehen anders aus. Alles ist festlich geschmückt, Lichter erstrahlen, Sterne glitzern, der Duft von selbstgebackenen Plätzchen erfüllt unsere Nasen. Überall ertönen schon Weihnachtslieder. Doch noch ist es nicht so weit. Noch ist Advent. Advent – so sagt es das Wort - ist die Zeit, in der wir uns vorbereiten auf Weihnachten.

Auf das Fest, an dem wir feiern: Gott kommt und wird Mensch – ein kleines Kind in der Krippe. Ich freue mich jedes Jahr auf diese Zeit und jedes Jahr nehme ich mir vor: Diesmal gehe ich die Wochen vor Weihnachten mal ganz ruhig und besinnlich an. Diesmal genieße ich sie und erlebe sie ganz bewusst. Ohne Hektik und Stress. Und dann sehe ich meinen Kalender, gefüllt mit Terminen. Dazu auf einem Zettel all die Aufgaben, die noch zu erledigen sind, mein Kopf voll mit Gedanken und die Hände mit Arbeit, die vor mir liegt. Ich spüre, wie schnell die guten Vorsätze untergehen in der täglichen Betriebsamkeit.

Manchmal wünsche ich mir dann, eine Stopp-Taste drücken zu können, einfach mal innezuhalten, abzuschalten und mir die Zeit zu nehmen, die ich brauche: für meine Familie, für meine Freunde, für mich. Einfach mal den Advent anders gestalten.

Seit einigen Jahren hilft mir dabei ein besonderer Adventskalender. „Der andere Advent“ heißt er. Er lädt dazu ein, wenigstens einmal am Tag zur Ruhe zu kommen und mitten im Alltagstrott abzubremsen. „Nehmen Sie sich zwölf Minuten Zeit“, empfiehlt die Redaktion, zwölf Minuten jeden Tag zum Nachdenken, Meditieren, Träumen, Schmunzeln. Mit Gedichten, Fotos, Liedern und Geschichten, die von Wegen durch die Welt und zu Gott erzählen. Heute erzählt der Kalender von Frieda:

Sprecher: „Engel“ wird sie genannt, oder auch „Schwester Frieda“. Niemand weiß, wie sie wirklich heißt und wie alt sie ist. Sie erzählt keine Geschichten. Sie sucht kein Gespräch. Arm sieht sie aus, mit beiden Händen hält sie sich an ihrem mit Tüten bepackten Rollstuhl fest. Sie bittet nicht um Hilfe. Sie steht einfach da. Schon seit zwanzig Jahren. Mitten im Getümmel des Zürcher Hauptbahnhofes. Fast jeden Tag. Stundenlang. Es hat sich herumgesprochen, wofür sie da ist. Sie segnet. Das ist ihre Aufgabe. Meistens tut sie es beiläufig - ohne große Gesten und lautlos segnet sie die vorbeieilenden Reisenden. Wie ein immer währendes Gebet. Manchmal bleibt jemand stehen. Scheinbar sorgenvoll, weil etwas Schweres bevorsteht. Auch dann bleibt sie leise, oft mit geschlossenen Augen. Aber die Menschen in Zürich vertrauen ihrem Engel am Rande der Bahnhofshalle. Und sie wissen sich gesegnet für den Weg. Mitten im Getümmel. Fürchte dich nicht!*

Autorin: Mitten im Getümmel - ein Moment der Ruhe. Mitten in der Atemlosigkeit - ein Augenblick des Friedens. Genau das wünsche ich mir und Ihnen in dieser Adventszeit, damit wir offen bleiben für das, was neben all den Äußerlichkeiten im Advent geschehen kann: Gott kommt, will in unsere Herzen einziehen, uns stärken und erfüllen mit Freude.

Einen besinnlichen 1. Advent wünscht Ihnen Pfarrerin Annette Krüger aus Witten an der Ruhr.

* Der Andere Advent 2013/2014 – Text Sonntag 1. Advent hrsg. Andere Zeiten e.V. Hamburg

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