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Hörmal | 18.12.2016 | 07:45 Uhr

Advent - Weihnachten verpennt

„Advent, Advent,

ein Lichtlein brennt.

Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier,

dann steht das Christkind vor der Tür.“

Dieses Jahr fällt Weihnachten ja nicht ganz so schnell mit der Tür ins Haus nach dem vierten Advent. Aber unzweifelhaft folgt jetzt, wo die vierte Kerze brennt, das Fest der Feste. Freude für die Einen. Purer Stress für die anderen: Habe ich auch an alle Geschenke gedacht? Ist der Tannenbaum schon besorgt und geschmückt? Was ist mit der Krippe? Schon aufgestellt? Und ganz wichtig: Das Festessen muss geplant, vor- und zubereitet werden. Hoffentlich wird nichts und niemand vergessen!

Wie heißt es gleich weiter im Kinderreim ganz ironisch? „Und wenn das fünfte Lichtlein brennt, dann hast du Weihnachten verpennt!“

Ok. Es muss nicht gleich das ganze Weihnachtsfest verpennt werden – will heißen vergessen werden –, aber peinlich wäre es schon, wenn am Fest der Feste selbst etwas verpennt würde. Wenn also etwas fehlen würde, das die Festtagsfreude trübt. Also bloß nichts verpennen, nichts vergessen.

Und wenn doch?

Das kann ja passieren, dass ich etwas verpenne. Weihnachten verpennen, Weihnachten jemanden vergessen, Weihnachten einmal nicht perfekt mit Deko, Geschenken, Essen und Trinken, weil auch ich nicht perfekt bin, weil auch ich Sachen verpenne? Das kann passieren. Ist nicht schön – sicherlich. Ist aber kein Weltuntergang. Denn es geht doch gerade an Weihnachten nicht um Perfektion.

Es ist zwar schön, richtig und gut zu feiern mit Geschenken, gutem Essen in geschmückter Wohnung. Das alles schätze ich sehr.

Aber das, was da gefeiert wird, sagt doch etwas anderes. Da ist von Gott die Rede, der Mensch wird. Er wird also bewusst und aus freien Stücken einer von uns. Ein Mensch. Ein „Mängelwesen“, wie es ein Philosoph mal über den Menschen sagte. Und von diesem Gott heißt es dann im Alten Testament (Ps 121,4): „Er schläft und schlummert nicht“. Also Gott verpennt nichts. Ganz im Gegenteil: Er ist wachsam, denn, so heißt es weiter (vgl. Ps 121, 7f): „Er behüte dich vor allem Bösen, er behüte dein Leben. Er behüte dich, wenn du fortgehst und wiederkommst, von nun an bis in Ewigkeit.“

Gott verpennt nichts, sondern wacht und ist bei den Menschen. Nicht, dass er das Böse, das Leiden, den Schmerz und die Trauer abschafft oder verhindert. Die Geschichte der Menschheit ist ja voll von alledem: Bis in die Gegenwart etwa der zerbombten Städte in Syrien und bis in die Krankenhäuser und Hospize in unserem Land. Gott schafft das Leid nicht ab. Aber Gott weiß darum, weil er das Schicksal mit den Menschen selbst geteilt hat. Darum geht es Weihnachten: Gott ist da. Gott wird sogar Mensch. Und vor allem: Gott verpennt nichts, sondern er nimmt teil an allem, auch an meinem unperfekten Leben – sogar dann, wenn ich Weihnachten etwas verpennen sollte.

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