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Sonntagskirche | 04.12.2016 | 08:55 Uhr

Adventsmusik

Guten Morgen!

Das aktuellste Instrument auf den so genannten Weihnachtsmärkten ist ein Glöckchen. Eine freundliche Gabe der Polizei. Allerdings geht es dabei um eher zweifelhafte Adventsklänge, nämlich um Miniatur-Ausgaben von Alarmglocken. Zu läuten, wenn Taschendiebe unterwegs sind.

Wie dem auch sei: Zu kaum einer anderen Zeit im Jahr gehört Musik so sehr wie zur Adventszeit. Selbst bei denen, die meinen, sie schon Weihnachtszeit nennen zu müssen und sich Lieder von rotnäsigen Rentieren, weißem Schnee und – natürlich – klingelnden Glöckchen um die Ohren wehen lassen. Aber Winterlieder machen noch kein Weihnachten. Nicht einmal, wenn es »Last Christmas« heißt.

Dennoch: Kein Sommer-Sonne-Strand-Hit rührt so sehr ans Gefühl wie die Lieder in dieser Zeit. Je kälter und dunkler es draußen wird, desto wichtiger wird Musik. Für mich sind jetzt die alten »Hits« die Renner. Ohne »Macht hoch die Tür« und »Komm du Heiland aller Welt« kein Advent. Das Klassische, das Bewährte, das aus Kinderzeiten Bekannte – es rührt in mir an ein großes Gefühl von Geborgenheit und Geheimnis.

Dass auch in Deutschland Halloween statt Allerheiligen gefeiert wird und Thanksgiving statt Erntedank, neuerdings ja sogar der Black-Friday als ultimativer Start des Christmas-Shoppings - nun denn, wer’s mag. Unsere Kultur verändert sich nunmal laufend - offenkundig weniger durch muslimische Traditionen als durch amerikanische.

Aber was ich wirklich traurig finde: Wenn Weihnachten auf einmal da ist. Oder besser: Da sein soll, wenn die ersten Lichterketten in den Bäumen hängen und selbst vor Kirchen - wie in meiner Stadt Münster - Weihnachtsbäume aufgebaut werden. Kaum ist der Totensonntag rum. Schwupps: Weihnachtsstimmung.

Ich finde das umso merkwürdiger, als doch Entschleunigung von vielen so ersehnt wird. Eben nicht: schwups. Sondern vielmehr: Hörst du das auch? Da kommt was auf uns zu … Darum das Wort Advent, was so viel heißt wie: Ankunft.

Das ist nicht einfach nur schöne Stimmung, muckelige Atmosphäre, Winterträume und mehr Geigen statt Schlagzeug. Die Adventslieder singen mit merkwürdigen Bildern von etwas Geheimnisvollem, das auf dem Weg zu uns ist: „Es kommt ein Schiff geladen“ zum Beispiel oder: „O Heiland, reiß die Himmel auf“. Und allmählich erst wird es heller - an jedem Sonntag mit einer Kerze mehr. Bis - ja, bis dann Weihnachten ist - nach vier Wochen.

Solange aber steht Warten an. Warten und Hören: Da kommt doch wer, hörst du das? Wer hören will, muss fühlen. Und still werden. Spannenderweise kann Musik dabei helfen. Viele Kirchen laden ja gerade jetzt zu Mitmachkonzerten voll mit den alten und neuen Adventsliedern ein! Und immer sind die Kirchen bestens gefüllt! Vielleicht, weil die Menschen eben doch spüren, dass Adventsmusik an die Sehnsucht nach dem Großen rührt, nach dem Ganzen. Die christliche Tradition spricht darum vom „Heil“ und vom „Heiland“. Diese Sehnsucht nach Heil-Sein und Ganz-Sein kennt wohl jeder. Ihr gibt der Advent Zeit und Raum - und ihrer Erfüllung einen Namen.

Ich wünsche Ihnen einen schönen, klangvollen zweiten Advent! Aus Münster verabschiedet sich Markus Nolte.

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