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Kirche in WDR 2 | 27.10.2016 | 05:55 Uhr

Aller Herren Länder

Autor: Manchmal ist ein Lied schon ein paar Jahre alt. Und auf einmal wird es wieder richtig aktuell.

Musik: Du wirst nie zuhause sein, wenn du keinen Gast, keine Freunde hast.

Dir fällt nie der Zauber ein, wenn du dich verschließt, nur dich selber siehst.

Du wirst nie zuhause sein, …

Autor: Der Song „Aller Herren Länder“ von Heinz-Rudolf Kunze entstand vor knapp 20 Jahren. Allerdings ging es Kunze schon damals nicht nur allgemein um’s Offen-Sein für andere Menschen. Sondern darum, wie wir mit Flüchtlingen umgehen. Die draußen bleiben müssen, außerhalb der Mauern, die wir gebaut haben. Und unabhängig von dem Schicksal, das sie erwartet.

Musik: Draußen vor der Festung bis zum Horizont

lagern sie und warten. Näher rückt die Front:

Grollende Kanonen, Angst in ihrem Blick.

Hunger reckt die Arme, nirgends geht's zurück.

Autor: Inzwischen haben wir ja wieder Mauern hochgezogen. Nicht um unsere Stadt oder um unser Land, wohl aber um unseren Kontinent. In Griechenland lagern nach wie vor die Flüchtlinge in großer Zahl. Ausgesperrt durch geschlossene Grenzen und voller Unsicherheit, zum Teil auch unzureichend versorgt. Andere versuchen, unsere Mauern zu umgehen. Und riskieren ihr Leben in kleinen Booten auf dem Mittelmeer.

Musik:

Winde werden rauer, Wellen schäumen Wut:

nur ums nackte Leben, nicht um Hab und Gut.

Bleiche Ausgesetzte klammern sich ans Boot,

draußen treiben Hände ab in höchster Not

Bringen wir das fertig? Ist die Arche voll?

Weiß hier keiner, was man tun und lassen soll?

Autor: Und heute? Bringen wir das wirklich fertig, die Menschen draußen zu lassen? Auch wenn sie im Mittelmeer krepieren? Sind wir zufrieden, wenn die Grenzen dicht sind und die Flüchtlingsströme weitgehend versiegen? Wenn ich mir die Abschottungspolitik der EU ansehe, dann kriege ich den Eindruck: Wir wollen nur noch den eigenen Wohlstand sichern! Als hätten wir uns das verdient, auf der satten Seite der Welt zu sein.

Musik:

Wir sind nichts Besonderes, hatten nur viel Glück.

Auserwählte kriegen halt das größte Kuchenstück!

Überall auf Erden sind auch wir geborn!

Können wir gewinnen? Haben wir verlorn?

Autor: Wir sind nicht besser als die Menschen, die zu uns kommen wollen. Wir haben keinen höheren Wert. Vor Gott jedenfalls gibt es da keine Unterschiede. Jeder Mensch hat das Recht auf Leben. Und auf die Hilfe, die er braucht. Wer das nicht kapiert, der steht echt auf der falschen Seite.

Musik:

Du wirst nie zuhause sein, wenn du keinen Gast, keine Freunde hast.

Dir fällt nie der Zauber ein, wenn du nicht verstehst,

dass du untergehst wie alle Menschenschänder aller Herren Länder.

Autor: Wir können Menschen sein statt Menschenschänder. Wir können zu Hause sein in diesem Land und trotzdem Platz haben für Gäste. Natürlich, die Not in der Welt wird deshalb nicht aufhören. Aber wir werden aufhören, uns davor zu verschließen. Wir werden nicht mehr nur uns selber sehen. Und genau das macht uns zu Menschen.

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