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Hörmal | 02.11.2014 | 07:45 Uhr

Allerseelen

Heute ist Allerseelen und ich gehe auf den Friedhof, an das Grab meines Vaters. Es ist schlicht gestaltet: Ein Grabstein in Kreuzform liegt flach auf der Grabstätte, mit Namen, Geburts- und Todestag. Der Stein selbst stand schon auf dem Grab seiner Eltern. Der Grabstein, quasi ein Erbstück, der zwei Generationen verbindet. Dann ist da noch eine Grableuchte, immergrüne Bepflanzung und einfacher Mulch als Bodendecker – sonst nichts.

Ich frage mich oft, wenn ich über den Friedhof gehe, was werden einmal Archäologen in Jahrtausenden über uns sagen, wenn sie das hier ausgraben. Immerhin, Archäologen ziehen ja ihr Wissen über die Kultur eines Volkes vor allem aus Grabfunden, man denke nur an die Ägypter und ihre Mumien und die Römer mit den Katakomben. Aus den Grabbeigaben werden Rückschlüsse auf das Leben gezogen. Waffen, Schmuck und einfache Geräte sagen etwas über den hier Beigesetzten aus: Ob er König oder Krieger war, Priester oder einfacher Bürger. Nicht selten lassen sich so auch Rückschlüsse darauf ziehen, was die Menschen früherer Epochen geglaubt haben, welche Gottesvorstellungen sie besaßen und vor allem, ob es für sie ein Leben nach dem Tod gab.

Bei den ersten Christen finden sich häufig Symbole wie das Alpha und das Omega, also den ersten und letzten Buchstaben des griechischen Alphabets, als Hinweis auf Gott als den Ewigen und den Schöpfer von allem (vgl. Offb 1,8). Oder es wird das einfache Zeichen eines Fisches verwandt, ähnlich wie es heute auf manchen Autos zu finden ist. Damals wussten viele, dass dieses Symbol etwas mit Christus zu tun hatte, Christus als dem Retter nämlich.

Aber zurück zu den Friedhöfen von heute. Die Grabstätten sind unterschiedlich gestaltet. Manchmal reduzieren sich die Grabsteine auf Steinblöcke mit eingemeißeltem Familiennamen, manchmal zieren sie auch ein religiöses Symbol oder zeigen betende Hände von Dürer, eine Rose oder zitieren einen Philosophen oder sogar die Bibel. Zu den heutigen Friedhöfen gehört auch die wachsende Zahl an Feldern mit anonymen Bestattungen, wo es also keinen Hinweis mehr gibt auf die hier zu Grabe Getragenen.

Egal, wie die Gräber gestaltet sind, sie sagen ganz realistisch etwas über die lebenden Menschen von heute aus, also über uns und über unsere Vorstellung von Leben und Tod. Und diese Vorstellungen sind so vielfältig, wie die Grabstätten auf den Friedhöfen.

Gerade für die christlichen Friedhöfe würde ich mir allerdings wünschen, dass sie deutlicher Orte wären, wo man an den Gräbern erahnen kann, dass es eine Hoffnung gibt auf ein Leben nach dem Tod für die hier Bestatteten. Denn das wäre doch die zentrale Vorstellung der Christen, so wie sie in einem Gebet geäußert wird, wo es heißt: Denn deinen Gläubigen, o Herr, wird das Leben gewandelt, nicht genommen.

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