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Kirche in WDR 3 | 15.06.2016 | 07:50 Uhr

„Alltag und Wort Gottes im Gespräch“

Vor 50 Jahren: „Spur der Steine“ kommt in die Kinos.

Guten Morgen!

Heute vor 50 Jahren kam der Film „Spur der Steine“ in die Kinos der damaligen DDR.

Was den Parteiverantwortlichen bei der Romanverfilmung vorab nicht aufgefallen war: „Spur der Steine“ stellte auf seine Art die Grenzen des Planbaren vor. Und damit auch die der sozialistischen Planwirtschaft. Und somit verliefen auch die Filmvorführungen nicht nach Plan. Worum geht es in dem Film?: Auf einer Großbaustelle arbeitet der Zimmermann und Vorarbeiter Hannes Bulla. Er und seine Kollegen halten nicht viel von der Planwirtschaft. Fehlendes Material, das nicht plangemäß auf den Baustellen eintrifft, wird notfalls mit Gewalt von anderen Baustellen besorgt. Der Parteisekretär Werner Horrath, der die Baustelle leitet, ist verheiratet und verliebt sich in die Ingenieurin Kati Klee. Als diese schwanger wird, geht Horrath auf Distanz. Nach einem langen Hin und Her bekennt er sich am Ende dann doch noch öffentlich zu ihr und verliert deshalb seinen Parteiposten. Dies und vieles mehr verläuft nicht nach Plan. Tage nach der Veröffentlichung wurde „Spur der Steine“ wegen antisozialistischer Tendenzen aus den Kinos verbannt.

Diese Geschichte stellt auch 50 Jahre danach die Frage: Was ist planbar? Und was geschieht, wenn menschliche Pläne sich nicht erfüllen lassen? Wer 100 Jahre alt werden wollte wird nur 80; wer damit gerechnet hat, mit 70 zu sterben, wird 90. Wer einen hervorragenden Schulabschluss gemacht hat, scheitert im Beruf; wer es in der Schule gerade so geschafft hat, macht Karriere. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler sinkt, sagten die Prognosen vor zwei Jahren. Durch die große Zahl der Flüchtlinge steigt die Zahl der Schülerinnen und Schüler, heißt es seit einem Jahr. Legen Sie Ihr Geld in Aktien ein, war der Tipp vor zwei Jahren; legen Sie es doch besser in sogenannten Sachwerten an, rät man heute.

Es gehört zum menschlichen Leben, dass wir uns verrechnen können. Kein Leben verläuft nach Plan: Weder das persönliche noch das gesellschaftliche, weder die Beziehung zwischen Menschen noch die Beziehung der Menschen mit Gott. Sicherlich müssen wir trotzdem planen: für heute, für morgen, für Tage und für Jahre. Aber alle Pläne stehen unter Vorbehalt. Nicht zuletzt deshalb, weil nicht alles berechenbar ist: Weder die Liebe unter Menschen noch die Liebe der Menschen zu Gott.

Aus diesem Geist sagt Jesus: „Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler. Sie stellen sich beim Gebet in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, das sag ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.“ (Mt 6,5).

Wer sich einbringt, seine Leistung, Ideen und Arbeitskraft, seine Liebe und auch sein Gebet, und dabei stets nach dem Ergebnis und nach dem Lohn fragt, bekommt Probleme. Denn was unser Einsatz bringt, ist nicht immer berechenbar. Es kann sein, dass das Ergebnis besser oder schlechter wird als erwartet.

Was Menschen in dieser Welt von sich einbringen, bleibt stets offen für Gewinn und Verlust. Der Lohn, den Menschen sich ausrechnen, kann geringer sein, als der Lohn, den sie bekommen, und umgekehrt. Es kann sein, dass Menschen wie in dem Film „Spur der Steine“ Baumaterial erwarten und die große Liebe finden.

Dass Sie Ihre Beziehung mit Gott und mit Menschen in diesem Sinne ergebnisoffen gestalten, wünscht Ihnen Pater Manfred Kollig aus Münster.

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