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Kirche in WDR 3 | 15.12.2014 | 07:50 Uhr

Alltagskrippe

Guten Morgen!

Es geht mit Riesenschritten auf Weihnachten zu und viel Zeit bleibt nicht mehr für die letzten Vorbereitungen. Vielleicht gehört auch bei Ihnen die Weihnachtskrippe zum Fest und Sie haben die Krippenfiguren und, was sonst noch dazu gehört, schon ausgepackt.

Bei uns im Kloster macht das Aufstellen der Krippe einen wesentlichen Teil der Vorbereitung aus. Die Art, wie sie aufgestellt wird, ist keine einfache Frage der Dekoration, sondern darin liegt eine Botschaft. Und es ist für mich und meine Mitschwestern jedes Jahr neu die Herausforderung, mit der Krippendarstellung so umzugehen, dass uns das Weihnachtsgeheimnis anrührt. Wir variieren also unsere Krippendarstellung, weil wir immer wieder neu erfassen wollen, dass die Menschwerdung Gottes nicht nur einmal im Jahr ins Licht rückt, sondern unseren Alltag betrifft, immer neu.

Und so kamen wir vor einigen Jahren zu einer ganz neuen Form der Krippendarstellung: jede Schwester bekam zu Beginn der Adventszeit einen kleinen Zettel. Darauf stand jeweils nur ein Wort wie zum Beispiel: Stall, Maria, Ochse, Engel, Schaf und was alles für Personen, Tiere und Dinge an der Krippe vorkommen. Damit verbunden war eine Aufgabe, für die wir auch wirklich die ganze Adventszeit brauchten: jede sollte versuchen, in ihrem Arbeitsbereich diese Krippenfigur zu entdecken. Und zu unserer Feier am Heiligabend sollte sie einen Alltagsgegenstand mitbringen, der für sie die Botschaft dieses Krippenteils deutlich machte. Mit diesen Dingen haben wir dann gemeinsam die Krippe aufgebaut und uns erzählt, was es für uns bedeutet.

Die Schwester, auf deren Zettel „Stall“ stand und deren Arbeitsbereich die Sakristei und Kapelle umfasst, brachte eine große Bibel mit, die sie wie ein Dach hinstellte. Sie meinte: über allem, was da geschieht, steht Gottes Wort. Dann stellte die damalige Pfortenschwester eine große Tasse unter dieses Dach: sie hatte die Gestalt der Maria gezogen und war mit ihr den vielen Bettlern begegnet, die an unsere Tür kommen. Mit dieser Tasse gab sie ihnen manchmal zu trinken. Maria hat das Kind genährt – und er ist in den Armen unter uns. Die Küchenschwester war mit dem heiligen Josef durch den Advent gegangen und legte neben die Tasse ein kleines Küchensieb: Josef war ihr als derjenige nahe gekommen, der nichts für sich zurückbehielt, sondern Gottes Wort durch sich hindurchgehen und wirken ließ. Der Esel war der Schwester im Nähzimmer zugefallen und sie brachte einen Kleiderbügel mit: der Esel musste Lasten tragen und ein Habit hat etwas Gewicht. Der Ochse kam in Form einer Wärmflasche an die Krippe und der Hirt im Schlüsselbund der Äbtissin.

Es war keine idyllische Krippe, um die wir uns versammeln und Weihnachtslieder singen konnten. Aber es war eine Krippe, die unseren Alltag einsammelte und die Menschwerdung Gottes in unsere Arbeitssituationen hineinholte. Das nicht alltägliche an dieser Krippe war also, dass sie das Weihnachtsgeheimnis gerade im Alltag zeigte.

Dass Sie in allen Weihnachtsvorbereitungen einen Alltagsort entdecken, der von der Menschwerdung Gottes berührt werden will, wünscht Ihnen aus Münster Sr. Ancilla Röttger.

Copyright Vorschaubild: wikipedia

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