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Kirche in WDR 5 | 03.01.2017 | 06:55 Uhr

Als Sklave verkauft

Guten Morgen!

Haben Sie Geschwister? Wenn ja, dann kennen Sie das bestimmt: Es gibt – bei aller Liebe – Spannungen, Ärger, Streit. Manche Geschwister haben sich sogar völlig überworfen. Sie reden nicht mehr miteinander. Wer ist schuld? Versöhnung scheint unmöglich.

Ein besonders krasses Beispiel von zerstrittenen Geschwistern kommt in der Bibel vor, im Alten Testament. Es geht um Josef und seine Brüder.

Josef, der Zweitjüngste, zieht den Zorn seiner Brüder auf sich. Alles an ihm ist den Älteren zuwider: seine bevorzugte Stellung beim Vater, seine scheinbare Überlegenheit, sein hellwacher Verstand, sein gewinnendes Wesen, seine attraktive Erscheinung. Ihr Hass geht so weit, dass sie beschließen, ihn umzubringen.

Die Gelegenheit dazu kommt, als Josef die Brüder besucht. Sie arbeiten auswärts, viele Tagereisen von zu Hause entfernt. In dieser einsamen Gegend würde ihnen niemand auf die Schliche kommen. Doch Ruben, der Älteste, widerspricht: Werft ihn hier meinetwegen in ein leeres Brunnenloch, aber vergießt kein Blut! Ruben will nämlich später seinen kleinen Bruder heimlich irgendwie aus dem Loch befreien und zum Vater zurückbringen.

Zunächst werfen sie Josef tatsächlich in eine leere Zisterne. Dann setzen sie sich erstmal in aller Ruhe hin und essen. Vielleicht beraten sie dabei, wie es nun weitergehen soll. Hatte Ruben nicht doch recht? Wo ist er überhaupt? Ruben ist nicht hier.

Da nähert sich eine Karawane von Kaufleuten auf dem Weg nach Ägypten. Das bringt Juda auf eine Idee: Was haben wir denn davon, wenn wir ihn umbringen? Verkaufen wir ihn lieber, dann bringt er sogar noch Geld ein! Das leuchtet den anderen ein, der Handel kommt zustande, Josef wird als Sklave mit der Karawane mitgenommen.

Als sie schon weit weg ist, kommt Ruben zurück, man weiß nicht, wo er war. Die Zisterne ist leer. Ruben ist verzweifelt. Und jetzt? Eine Idee muss her – und sie haben eine:

Die Brüder nehmen das teure Kleid, das der Vater Josef geschenkt hat, und tränken es mit dem Blut einer geschlachteten Ziege. Der blutige Fetzen wird dann dem Vater präsentiert mit dem Hinweis: Das haben wir gefunden. Der Vater soll glauben, ein wildes Tier habe seinen Lieblingssohn zerrissen, und das glaubt er wirklich. Jakob, der alte Mann, klagt und schreit in wildem Schmerz, niemand kann ihn beruhigen.

Der verwöhnte Bengel und verhasste Bruder ist weg. Der Vater ein gebrochener Mann, die Brüder mit wachsenden Schuldgefühlen. Die Ursache des Konflikts beseitigt? Das schon. Aber das Problem gelöst? Nein.

Wer ist schuld? Vater Jakob, weil er den einen Sohn dermaßen bevorzugte und bei den anderen damit Neid und Missgunst auslöste? Ist Josef schuld, weil er seine besondere Position ausnutzte und den Überlegenen herauskehrte?

Ist Ruben schuld, der vielleicht zu feige war, den Mordplänen seiner Brüder offen und entschieden entgegenzutreten und im entscheidenden Moment nicht da war?

Und dann die Brüder – sie haben Josef misshandelt, wie ein Stück Vieh verkauft und ihren Vater schändlich getäuscht.

Anteile von Schuld haben wohl alle Beteiligten. Selbst wer nicht absichtlich und vorsätzlich böse handelt, kann in Schuld verstrickt sein. Aber dabei muss es nicht bleiben. Schuld kann vergeben werden. Und manchmal überraschend. Folgen wir erst einmal Josef auf seinem Weg in die Sklaverei. Nach Ägypten.

Davon berichtet morgen

Ihr Andreas Duderstedt aus Bielefeld

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