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Kirche in WDR 4 | 02.10.2015 | 08:55 Uhr

Alternativlos?

Guten Morgen!

"Das ist alternativlos!", so hört man es immer wieder einmal von Politikern. „Alternativlos“ – das Wort steht ziemlich weit oben in der Hitliste der von Politikerinnen und Politikern am häufigsten benutzten Wörter. Mit diesem Wort wird meist beschrieben, dass etwas so bleiben soll, wie es jetzt ist. Oder dass sich ein Problem nur auf einem einzigen Weg lösen lässt - also in der Regel auf dem selbst vorgeschlagenen. Der Satz "Das ist alternativlos!" beendet jede Diskussion. Wenn etwas alternativlos ist, dann heißt das: Ende der Debatte. Selbst dann, wenn sie noch gar nicht begonnen wurde. Ich höre diesen Satz, wenn es um die Aufnahme von Flüchtlingen geht. „Das schaffen wir nicht.“ Ich höre diesen Satz auch, wenn es um Militäreinsätze zur Wahrung von nationalen Interessen geht. „Da müssen deutsche Soldaten eingreifen!“ Und ich höre diesen Satz, wenn es um den Klimaschutz geht: Zum Beispiel darum, die Folgen der Erderwärmung zu bekämpfen und den Klimaschutz zu finanzieren. „Das ist nicht bezahlbar!“, heißt es. Bewegung, Veränderung ist nicht möglich. Die Sachzwänge lassen neue Wege, ein Umdenken, nicht zu. Weiter so, weil alternativlos. Punkt.

Interessant ist: Dieser Satz könnte nicht im christlichen Glaubensbekenntnis stehen. Im Gegenteil. Wenn ich lese, worauf Jesus seine Hoffnung setzte, was er den Menschen erzählte, dann geht das in eine ganz andere Richtung. Er stellte klar: Das, was ist, ist nie alternativlos. Gott will, dass Recht, Frieden und Gerechtigkeit herrschen. Zu seiner Familie gehören Menschen unterschiedlichster Herkunft und Nationalität, er kennt nur Verwandte. Soweit das Auge reicht, alles seine Kinder. Menschen sollen nicht um’s Leben gebracht werden, sollen nicht umkommen. Menschen sollen ein Leben leben, das Weite atmet und Begabungen zum Blühen bringt. Es gibt immer Alternativen. Es gibt die Hoffnung auf ein Zusammenleben, bei dem niemand auf der Strecke bleibt. Es gibt die Zuversicht, dass Menschen teilen lernen.

In dem Gebet „Vaterunser“ spricht Jesus von Nazareth zu Gott: “Dein Reich komme“. Damit meint Jesus eine Welt, die vom Bösen, von Unrecht und Zerstörung befreit ist. Diese erlöste Welt ist möglich, verspricht Gott. Daran glaube ich. Und deshalb rufe ich angesichts von Leid, Not und Elend unüberhörbar: „Es gibt Alternativen.“ Ungerechtigkeit, Unfriede, Unmenschlichkeit werden nicht Bestand haben. Sie sind Auslaufmodelle.

Der Satz, das ist alternativlos, ist oft das Glaubensbekenntnis derer, die keine Veränderung wollen, die nicht abgeben wollen und die die Verhältnisse nicht geändert sehen wollen. Das Glaubensbekenntnis der Christinnen und Christen lautet: Umkehr und Neuanfang sind möglich.

Wenn Christen sich zu politischen Fragen äußern und in der Welt Verantwortung übernehmen, dann sind sie auf der Spur Jesu. Er selbst hoffte auf einen neuen Himmel und auf eine neue Erde. Mit dieser Hoffnung im Herzen änderte er Menschen und Verhältnisse.

Lust, Alternativen zu suchen, Freude an den biblischen Alternativen Recht, Gerechtigkeit und Frieden wünscht Ihnen Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland.

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