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Kirche in WDR 2 | 29.11.2014 | 05:55 Uhr

Am Sonntag bist du tot

Autorin: Ins Kino gehen oder nicht? Der Titel verheißt Spannung: „Am Sonntag bist du tot“. Der Hintergrund ist bitter. Im Beichtstuhl schildert ein Mann, dass er sexuell missbraucht wurde - von einem Priester. Der ist mittlerweile tot, doch der Mann will Vergeltung.

O-Ton: Ich werde euch umbringen, Vater. Ich werde euch umbringen, weil ihr nicht schuldig seid. Ich werde euch Zeit lassen, euer Haus in Ordnung zu bringen. Wie wär’s mit nächstem Sonntag? Es würde nichts bringen einen bösen Priester zu töten, aber einen guten zu töten, das wäre doch mal ein Schock.

Autorin: James Lavelle - Priester an der Küste im Norden Irlands - hat sieben Tage Zeit, sich zu entscheiden. Entweder zu fliehen und seine Gemeinde sich selbst zu überlassen oder zu bleiben und als Mann der Kirche stellvertretend sein Leben zu opfern. Tag für Tag verrichtet er nun seinen Dienst; besucht einen psychisch kranken Mörder im Gefängnis, spricht mit einer misshandelten Ehefrau, begleitet eine junge Frau, deren Mann im Sterben liegt, diskutiert mit einem Börsenmakler und einem zynischen Arzt. Und auch wenn er nie über sich spricht, wird deutlich wie sein Denken mehr und mehr um die Bedrohung kreist.

O-Ton: Die verdammten Idioten machen sich nicht mal mehr die Mühe, einen Grund für einen Mord zu suchen, die sind gerade in der Stimmung und dann geht’s „bäng, bäng, bäng“. Nicht umsonst heißt es. „Du sollst nicht töten. Da gibt es nicht irgendwo ’ne Ausnahmeregelung. Da gibt es auch nirgendwo ’ne Liste, nach der es okay wäre Menschen zu töten. - Was ist mit Notwehr? - Das ist eine knifflige Frage.

Autorin: Ein guter Plot für einen Film, dessen Umsetzung aber hakt. Trotz Hund, rotem Sportwagen und einer Tochter, die er vor seiner Berufung gezeugt hat, wirkt der Priester altmodisch. Er trägt eine Soutane, die er selbst dann nicht ablegt, als seine Tochter ihn besucht. Auch seine Gemeinde ist überzeichnet; kirchenferne oder kritische Zeitgenossen, die ihre Autonomie fast infantil zur Schau stellen.

So zeigt der Film viele extreme Charaktere und bietet ausgefeilte Dialoge - wenig Alltag. Von daher sind die Möglichkeiten, sich zu identifizieren sehr gering.

Und dennoch -und das ist das Bemerkenswerte - dauert es keine zehn Minuten bis auch der letzte die Popcorntüte zur Seite legt und sich im Kino niemand mehr regt. Denn - auch wenn Lavelle anstrengend klug ‚rüberkommt- er hat etwas zu sagen. Er hat Werte, für die er lebt und die er gerne diskutiert.

O-Ton: Ich finde, dass zuviel über Sünden geredet wird und nicht genug über Tugenden. Ich finde Vergebung wird schwer unterschätzt.

Autorin: Lavelle setzt sich für Verständigung und Versöhnung ein. Vielleicht begründet das seine Wirkung. Heute erleben wir an vielen Ort der Welt, wie hilflos Menschen Terror, Gewalt und dem willkürlichen Morden ausgesetzt sind. Wir brauchen dringend Lösungen, um die Gewalt einzudämmen.

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