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Kirche in WDR 5 | 07.12. 2018 | 06:55 Uhr

Anfang der Weisheit

Guten Morgen!

Wir machen ein paar Tage Urlaub. Beim Wandern durch ein Dorf kommen wir an einem alten Gebäude vorbei. Es ist eine ehemalige Schule. Direkt über dem Eingang steht ein Satz, eingemeißelt ins Mauerwerk: „Der Anfang der Weisheit ist die Furcht des Herrn“.

Ich denke an meine Schulzeit in der Volksschule, wie das damals hieß. Manchmal bin ich auch mit Angst in diese Schule gegangen. Furcht vor dem Lehrer, wenn ich meine Hausaufgaben nicht gemacht, oder sie nicht verstanden hatte. Nein diese Angst vor einem Lehrer war ganz sicherlich nicht der Anfang einer Weisheit.

Heute weiß ich mehr. Ich weiß, dass der Satz über dem Eingang jener Schule von dem sehr klugen und berühmten König Salomo aus Israel stammt. Vor 3000 Jahren ist er der reichste König in Israel. Und er macht dieses Volk zu einem kulturell, politisch und religiös herausragenden Land. Israel ist damals weit über seine Grenzen bekannt. Salomos klugen Worte sind in der Bibel nachzulesen. In dem Buch der Sprüche Salomos. Diese Sprüche sind so etwas wie ein Vermächtnis seiner Bildungspolitik.

Salomo schreibt sie nicht für Kinder, sondern für Erwachsene. Und wer sich die Person des Salomo in der Bibel anschaut merkt: Der ist kein Tyrann, der seinen Untergebenen Angst einflößen will. Und er ist auch kein zwanghafter Frommer. So einer, der aus Angst vor Gott unfähig ist, etwas Neues auszuprobieren und ungewohnte Wege zu gehen. Nein, er ist weder Tyrann noch ängstlich. Aber Respekt vor Gott, der ist ihm wichtig.

So heißt es am Anfang dieser Spruchsammlung von König Salomo: (Sprüche 1,7)

Sprecher/in:

„Die Furcht Gottes, des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis. Nur die Narren verachten Weisheit und Erziehung.“

Was Salomo mit der „Furcht des Herrn“, also der Gottesfurcht, gemeint hat, hat der Theologe, Arzt, Musiker und Philosoph Albert Schweitzer sehr gut übersetzt:

Sprecher/in:

“Dem Menschen, der zur Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben gelangt ist, ist jedes Leben als solches heilig. Er hat Scheu davor, ein Insekt zu töten, eine Blume abzureißen. Den Wurm, der auf der Straße verschmachtet, errettet er, indem er ihn ins Gras legt.“…“Die Ehrfurcht vor dem Leben, zu der wir Menschen gelangen müssen, begreift alles in sich, was als Liebe, Hingebung, Mitleiden, Mitfreude, Mitstreben in Betracht kommen kann.« (1)

Ehrfurcht unterscheidet sich also ganz wesentlich von Furcht. Ehrfurcht ist eine Scheu, eine Vorsicht. So hat es wohl auch Salomo erlebt. Für ihn war Ehrfurcht der liebevolle Respekt gegenüber Gott und der Beginn seiner von aller Welt gerühmten Weisheit.

Es wäre schön, wenn nicht nur in unseren Schulen, sondern auch in den sozialen Netzwerken, auf Facebook und Co etwas wie Ehrfurcht gäbe. Respekt und Achtung, nicht nur gegenüber dem Leben, sondern auch gegenüber den Mitmenschen.

Ihr Christoph Neumann, Pastor in Hemer.

(1) https://albert-schweitzer-stiftung.de/ueber-uns/menschen/albert-schweitzer/zitate

Abgerufen am 15.November 2018

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