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Kirche in WDR 5 | 26.06.2018 | 06:55 Uhr

Anti-Drogen Tag

Guten Morgen. „Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit, und viele gehen auf ihm.“ Diesen Satz hören heute Men-schen, die einen katholischen Gottesdienst besuchen. Jesus hat ihn gesagt, Johannes hat ihn aufgeschrieben. Und irgendwie passt er zu diesem Tag, der auch als „Anti-Drogen-Tag“ begangen wird.

Jaja, ich höre es schon: Da kommt wieder der Moralapostel von der Kirche. Die verbieten doch eh alles, was Spaß macht. Alte Spielverderber, diese Leute. Und trotzdem stimmt es doch irgendwie, was Jesus da sagt. Das mit dem breiten und bequemen Weg, der ins Verderben führt. Und das sogar unabhängig von den Drogen, vor denen heute gewarnt wird. Auf denkwürdige Weise verbinden sich die Worte aus der Bibel mit den Lebenswirklichkeiten, die uns heute begegnen. Immer mit der Masse schwimmen, das hat noch nie jemandem wirklich nachhaltig gut getan. Genauso wenig gut tut es übrigens, immer nur gegen den Strom zu schwimmen. Und doch lohnt es sich oft, genau das zu tun. Es kommt dabei auf mich ganz alleine an: Wie schaffe ich es, ein gutes, selbstbestimmtes Leben zu führen? Indem ich immer auf die sogenannten Meinungsführer achte?

Im Internet gibt es auf den diversen Video-Kanälen ganze Heerscharen sogenannten „Influencer“, „Beeinflusser“, die für bestimmte Verhaltensweisen oder Produkte stehen. Einmal eine einigermaßen hohe Klick-Zahl erreicht, steigt der Einfluss dieser Menschen immer weiter. Da kommt einer sympathisch und technisch gut gemacht rüber – und schon interessieren sich vor allem junge Leute dafür, welche Sportschuhe dieser Typ trägt, welches Parfum sie benutzt oder eben auch welche politische Meinung er vertritt. Ich kenne eine ganze Reihe Jugendlicher, die solche Video-Kanäle ganz unkritisch für ihre eigene Meinungsbildung und Lebensgestaltung nutzen. Und das gleich hunderttausendfach. Ist das nicht, frage ich mich, auch eine „Droge“?

Sicher – das Internet und alle seine Einrichtungen werden auch von den Drogenbeauftragten immer wieder kritisch gesehen. Und dennoch scheint mir diese Droge irgendwie so verharmlost, dass wir gar nicht merken, wie sie sich nach und nach in unser Bewusstsein einschleicht. So einfach, wie der von Jesus beschriebene, breite Weg. Ganz bequem, ohne nachzudenken kommt man da mit. Das ist einfach, bisweilen macht es sogar Spaß...Aber: bekannt ist: die Dosis macht das Gift. Und bei vielen hat der ausgeuferte Internetkonsum schon mehr als nur Beziehungen vergiftet.

Mich beschleicht jedenfalls immer mehr das Gefühl, dass das dicke Ende irgendwann noch kommt. Irgendwann, wenn der richtige „Beeinflusser“ Macht über die Meinungsfüh-rerschaft erlangt hat. Irgendwann, wenn die Zahl der dermaßen gleichgeschalteten Men-schen so groß wird, dass man sich gar nicht mehr traut, eine andere Meinung zu vertreten.

Wenn wir in diesen und den kommenden Tagen wieder zahlreiche Schülerinnen und Schüler mit Abschlusszeugnissen in das Leben entlassen, hoffe ich, dass wir ihnen den Weg „durch das enge Tor“ gezeigt haben. Nicht angepasst. Nicht gleichgeschaltet. Ausgestattet mit einem starken Bewusstsein für die Vielfalt des Denkens in unserer Welt. Die auch ganz ohne die Droge „Smartphone“ funktioniert. Dann bis ich auch überzeugt davon, dass diese jungen Menschen sich gut gegen alle anderen Drogen behaupten können. Dass sie ihr Leben nicht ständig betäuben müssen, sondern es tatsächlich frei und selbstbestimmt leben können.

Und was uns Ältere angeht, könnten wir heute ja auch ein Zeichen setzen. Ich werde heute jedenfalls bewusst darauf achten, was alles in meinem Leben zur Droge geworden ist. Das Smartphone, der Kaffee in rauen Mengen, das sinnlose Schwätzen, das anderen Menschen nur die Zeit stiehlt, der süße Snack zwischendurch... Vielleicht tun sie’s ja heute auch und versuchen den Weg „durch das enge Tor“. Bis morgen, wenn sie mögen, einen guten Tag. Ihr Pfarrer Ulrich Clancett aus Jüchen.

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