#
Aktuelles

Beiträge auf wdr3 

evangelisch

Kirche in WDR 3 | 18.07.2018 | 07:50 Uhr

Auf dem Weg zur Versöhnung

Guten Morgen!

Es wäre ja schön, denk ich manchmal: Ich schlage die Bibel auf und finde zu jeder meiner Alltagsfragen die passende klare Antwort. Und tatsächlich finde ich da Erzählungen und Texte für jede Lebenslage. Das faszinierende an der Bibel ist aber: Sie ist vielstimmig. Oft sogar widersprüchlich, so, wie auch das Leben nicht immer eindeutig und oft widersprüchlich ist.

Das schützt die Bibel davor, dass jemand kommt und behauptet: „Ich weiß ganz genau, was hier gemeint ist. Und deshalb darf ich so handeln wie ich handele.“

Wenn das jemand tut, ist das meist gefährlich. Ein Beispiel hierfür ist die Geschichte der Buren. Das sind die niederländischen, französischen und deutschen Siedler, die sich im 17. Jahrhundert in Südafrika niedergelassen haben. Später in den Kolonialkriegen übernahmen dann die Briten die Vorherrschaft und die Buren flohen in die noch unerschlossene Wildnis im Hinterland.

Später stiegen die Buren zur herrschenden Klasse auf. Und ausgerechnet in ihrer Kirche finden sich die Ursprünge der Apartheidsideologie, das bedeutet: die Vorherrschaft der europäischen Weißen vor den anders farbigen Rassen. Die burischen Kirchenmänner begründeten die Rassentrennung und Vorherrschaft der Buren über die schwarzafrikanischen Völker mit der Bibel. Sie bezogen dabei Sätze auf sich, in denen sie gar nicht gemeint waren, sondern das alte Volk Israel. Die Buren lasen im Alten Testament: „Gott hat vor euch große und mächtige Völker vertrieben, und niemand hat euch widerstanden bis auf diesen Tag.“ Und weiter heißt es da: „Die Israeliten sollen nicht Angehörige der anderen Völker heiraten.“ (Josua 23,9.11-13)

Mit solchen Bibelzitaten rechtfertigten die Buren unter anderem Gesetze zum Verbot von Mischehen. Dabei ist das Alte Testament gar nicht so eindeutig. Ausgerechnet der große Stammvater des israelitischen Glaubens, Mose, nimmt eine Frau aus einem anderen Volk zur Frau. (2. Mose 2,21). Und der alttestamentliche Schöpfungsbericht besagt: Gott hat alle Menschen nach seinem Bild geschaffen. Damit sind wir ihm alle gleich. So etwas wie Rassentrennung lässt sich damit gerade nicht begründen.

In Südafrika hat die Apartheid für viel Leid gesorgt. Die Galionsfigur im Kampf gegen das Apartheitsregime war Nelson Mandela. Für seinen Freiheitskampf musste er 27 Jahre lang ins Gefängnis und wurde später der erste schwarze Präsident seines Landes. Heute vor genau 100 Jahren wurde Nelson Mandela geboren.

Er wuchs als Kind mit den religiösen Traditionen und Ritualen der Xhosa auf. Zu Beginn seiner Schulzeit wurde er in einer evangelisch-methodistischen Kirche getauft, der er dann Zeit seines Lebens angehörte. Später in der Gefangenschaft setzte er sich mit den Lehren des Islam auseinander. Vielleicht ist es kein Zufall, dass jemand die Rassentrennung der Apartheid überwunden hat, der auch in religiösen Fragen von großer Offenheit und Neugier war.

Darüber nachzudenken lädt Sie ein,

Ihre Mareike Heidenreich aus Münster.

evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen