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Kirche in WDR 4 | 20.02.2018 | 08:55 Uhr

Aufs Ganze gesehen…

Mich begleitet ein schwarzer Punkt durch diese Fastenzeit. Das hat mit einer Geschichte zu tun, die ich vor einigen Wochen hörte. „Der schwarze Punkt“ heißt die. Da wird von einem Professor erzählt, der seinen Studenten überraschend ankündigt: „Heute steht ein Test an!“ Die Studenten gucken ziemlich erstaunt, als sie das Aufgabenblatt umdrehen und statt der üblichen Fragen nur einen schwarzen Punkt entdecken. Der Professor erteilt den Auftrag: Liebe Studenten, beschreiben Sie, was Sie sehen! Verwirrt nehmen alle die Arbeit auf. Nach einer Stunde sammelt er alles ein und liest das Geschriebene laut vor. Alle Studenten hatten den schwarzen Punkt beschrieben – seine Position in der Mitte des Blattes, sein Größenverhältnis zum Papier und so weiter.

Der Professor legt irgendwann den Blätterstapel zur Seite und sagt: „Niemand hat etwas über den weißen Teil des Papiers geschrieben. Dabei ist der viel größer als der schwarze Punkt in der Mitte. Das wollte ich ihnen aufzeigen. Dass wir uns alle immer zu sehr auf die schwarzen Flecken im Leben konzentrieren, auf das, was schiefläuft, auf das, was ärgert, auf das, was weh tut. Und dabei ist der weiße Anteil viel größer. Mit unserer Wahrnehmung stimmt was nicht.“

Mir ging es ähnlich, wie wohl den Studenten in der Geschichte… ich fühlte mich ertappt. Mich hat die Geschichte daran erinnert, wie es manchmal in Beziehungen ist. Wenn ich mich über jemanden ärgere und sich der Ärger mit der Zeit so anstaut, dass ich echt nur noch schwarz sehe. Der Professor in der Geschichte hat ja Recht: Das Weiße ist nicht weg. Nur die Wahrnehmung läuft manchmal aus dem Ruder.

Wenn es ganz schlimm kommt, dann können daran Beziehungen zerbrechen. Weil der Blick für das Helle ganz verloren geht. In der Partnerschaft, unter Freunden, unter Kollegen. Schwarze Punkte und helle Flächen gibt es in jedem Beziehungsgefüge.

Da ich in der Fastenzeit immer auf etwas verzichte, das mir oder meinen Mitmenschen nicht guttut, verzichte ich in diesem Jahr daher aufs schwarzsehen.

Gegenüber von meinem Schreibtisch und zuhause im Bad hängen Zettel – darauf – wen wir es überraschen, ein schwarzer Punkt. Wahrnehmungstraining.

Verbrennt keine Kalorien aber jede Menge schlechte Laune.

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