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Kirche in WDR 2 | 26.08.2017 | 05:55 Uhr

Ausblick

Manchmal bin ich ein absolut mutloser Mensch. Wenn die Probleme riesig scheinen, habe ich das Gefühl, ein Lebenstraum platzt. Egal wie ich es drehe und wende, es sieht dann aus, als ob davon alles abhängt.

Kennen Sie bestimmt: Dieses Gefühl von: etwas wird nicht so, wie ich es mir immer erhofft habe.

Meine Form, damit umzugehen: Ich mache Exerzitien. Ein paar Tage Auszeit mit Gott. Im Kloster oder an der See. Dort gehe ich dann spazieren und rede einmal täglich mit einem Priester. So war das auch dieses Mal. Ich habe mich zurückgezogen in ein Haus an der Nordsee.

Im Gespräch erzähle ich dem Priester von meinem Problem und erzähle und weine und erzähle und weine. Nach einer halben Stunde sagt er: ich habe ein Bild für Sie. Es ist aus Santiago de Compostela, aus der Basilika dort. Es hängt da am Ausgang, wenn die Pilger wieder rausgehen.

Auf dem Bild sind Jesus und Adam. Adam als der erste Mensch, sozusagen als Innbegriff des Menschlichen. Und Jesus als Sohn Gottes, als Freund, der diesen Mensch versteht. Jesus hat seine Hand auf Adams Herz gelegt und seine andere Hand liegt auf dem Rücken von Adam.

Der Priester gibt mir das Bild zum Nachdenken mit.

In den nächsten Tagen spaziere ich am Strand entlang und sage zu Gott: „Okay, du bist da. Deine Hand liegt auf meinem Herz, das heißt, du spürst all diesen Schmerz den ich gerade fühle. Und dann stärkst du mir auch noch den Rücken, das heißt doch: ich bin eigentlich rund herum von dir gehalten. Und trotzdem fühle ich mich unglaublich allein und hoffnungslos.“

Szenenwechsel: drei Wochen später.

Ich sitze im Gottesdienst und dann kommt dieses Lied: „Ich stehe vor dir mit leeren Händen, Herr. Deine Wege sind mir fremd.“

Mir rollen die Tränen runter. Denn da merke ich plötzlich, wenn es hart auf hart kommt, dann ist mein Vertrauen in Gott ziemlich mickrig. Meine Hände sind leer. Und wenn ich das Gefühl habe, mit dem, was ich alles schon kann, nicht das zu erreichen, was ich mir immer gewünscht habe, dann rede ich auch nicht mit Gott.

Während wir das Lied singen, kullern meine Tränen. Und so langsam dämmert es mir: ich muss gerade nicht vertrauen, aber trotzdem versuche ich dran zu glauben, dass er mitgeht und mich hält.

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