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Kirche in WDR 2 | 16.08.2016 | 05:55 Uhr

Aushalten

Durchhalten. Manchmal muss man das. Klar, beim Sport zum Beispiel. Macht ja auch Sinn. Gesundheitsfürsorge, Fitness, Gewicht. Da ist ja von Spaß erst einmal keine Rede, aber das gute Gefühl danach, das bringt es: Ich hab´s geschafft. Der Wille hat die Unlust bezwungen. Oder das, was man so „den inneren Schweinehund“ nennt. Super.

Den Schweinehund zu bezwingen durch Aushalten, kann ja bei mancherlei hilfreich sein: Prüfungsvorbereitungen, unliebsame Arbeiten, Zahnarztbesuche. Ok, alles eine Frage der richtigen Narkose. Aber das Wissen allein bohrt in den Zahn ja noch kein Loch. Tun zählt. Hingehen. Aushalten. Und in der Regel lohnt sich das ja. Weil erstens ist es geschafft, und zweites – und das ist das Wesentliche – war immer klar, wofür. Der Zahn ist geflickt. Die Arbeit erledigt, der Sport geschafft. So weit so gut.

Weniger gut ist es auszuhalten, um auszuhalten. Auszuhalten, weil ich es mittlerweile vielleicht schon so lange tue, weil ich vergaß, wofür eigentlich. Das gibt es ja. Das man glaubt, Dinge seinen alternativlos. Aber was heißt schon, Dinge? Zum Beispiel: Arbeitsverhältnisse, die eigentlich unliebsam sind, nein, die eigentlich unerträglich sind, werden ausgehalten, weil sie alternativlos scheinen. Sind sie das wirklich? Noch? Vielleicht waren sie es früher einmal, - und ich musste aushalten, weil der Rubel rollte, aber gilt das noch? Wirklich? Kann ja sein, dass es dennoch einen Weg gibt.

Wie auch immer: Das „wofür“ muss klar sein. Wofür halte ich aus, was ich aushalte. Um der Liebe willen, zum Beispiel, geht ja eine Menge. Lässt sich viel aushalten. Gut, wenn dann die Liebe weiß, dass sie Liebe ist. Also frei. Kein Zwang. Kein Müssen, sondern Wollen, nicht anders können als. Liebe eben.

„Zur Freiheit hat uns Christus befreit So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auferlegen,“ schreibt der Apostel Paulus im Brief an die Galater. Zur Freiheit hat Christus uns befreit. Zur Freiheit, ja und nein zu sagen. Zur Freiheit, Situationen auszuhalten und zur Freiheit, Situationen nicht mehr aushalten zu wollen. Aushalten, durchhalten, weitergehen ist ein große Kraft. Sie bedeutet, den größeren Kontext, den größeren Sinnzusammenhang zu suchen, nicht bloß Augenblick. Im Leid und im Glück.

Ich glaube: alles ausgehalten und durchgehalten hat ja schon Jesus Christus. Zu sagen: es reicht. Ich kann und will nicht mehr, gehört zur Freiheit, von der Paulus spricht. Mit anderen Worten: Mensch sein reicht. Auch im Aushalten.

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