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Kirche in WDR 4 | 19.05.2016 | 08:55 Uhr

Ausmisten

Guten Morgen!

In zwei Wochen ist es für mich soweit: Nach genau zehn Jahren ziehe ich um in eine neue Wohnung. Seit der Termin immer näher rückt, wachsen die Fragen und laufen die Vorbereitungen. Ich beobachte da so einiges in mir, was interessant ist. Ich freue mich auf ein neues Umfeld: die neue Wohnung, einen neuen Lebensabschnitt, und vielleicht auch noch mehr. Wer weiß?

Das Schöne jedenfalls ist für mich: Das Wissen um einen Umzug setzt zunächst mal kreative Kraft frei. Ich habe mir überlegt, was es in meiner bisherigen Ausstattung zu erneuern gilt. Nach der Bestandsaufnahme war ich in einigen Möbelgeschäften, um mich nach Lampen und neuen Stühlen umzusehen. Ich weiß nicht, wie es kam, aber ich habe nur relativ wenig gesehen, was mir gefallen hat. Es gab zwar eine unglaubliche Menge an Angeboten – aber es war nur wenig dabei, das mich auf Anhieb angesprochen und überzeugt hat. Ich bin so ein Typ, der sich meist auf das festlegt, was mir spontan zusagt.

Als ich zurück war in meiner Wohnung, dachte ich: Meine Güte, du hast doch so viel, warum willst du eigentlich was Neues kaufen? Natürlich fallen mir Gründe ein warum: Die Stühle knarzen und sind teilweise aus der Mode. Die Lampen sind uralt und fressen viel zu viel Energie. Alles richtig – aber irgendwie kommt nicht so richtige Freude auf Neues zu kaufen. Es ist doch so viel da. Es gibt sogar noch einige Kisten, die ich schon beim letzten Umzug vor zehn Jahren in den Keller gestellt und seitdem nicht ausgepackt habe. Soll ich das jetzt einfach ungesehen entsorgen?

Freunde, die einen Umzug hinter sich haben, raten mir, möglichst viel auszusortieren: „Nutz den Umzug, um möglichst viel überflüssiges Zeug auszumisten, was sich angesammelt hat.“ Aber was genau brauche ich nicht mehr? Das konnten mir meine Freunde auch nicht sagen! Die Kleinigkeiten und Accessoires, die sowieso schon Jahre in den Schubladen liegen? Die Bücher, die ich seit sie ins Regal geräumt habe, nicht mehr in der Hand hatte? Die Fotos, die ich maximal einmal im Jahr zur Hand nehme, wenn mir danach ist, etwas in die Vergangenheit abzutauchen? Oder die Hälfte der Kleidungsstücke, die ich sowieso nicht mehr anziehe?

Ausmisten ist angesagt, so viel steht fest. Aber was genau, das ist noch offen. Was brauche ich also eigentlich von all dem, was ich habe?

Der anstehende Umzug führt mich vor diese Frage, die noch viel tiefer reicht als Möbel, Einrichtung oder Kleidung zu haben. Wie sieht eigentlich ein einfacher Lebensstil aus, der auch etwas Solidarität zeigt mit den vielen Menschen, die nicht so viel haben wie ich? Wieviel Aufmerksamkeit schenke ich den materiellen Dingen, die ich besitze oder verwalte? Ich merke: Mein Umzug in 14 Tagen wird mich noch sehr beschäftigen, über das Packen von Kisten hinaus.

Aus Paderborn grüßt Sie Ihr Domvikar Michael Bredeck.

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