#
Aktuelles

Beiträge auf: wdr2 

evangelisch

Kirche in WDR 2 | 23.07.2014 | 05:55 Uhr

Bauchnabel

Zu den größten Herausforderungen für Eltern gehören nach meiner Erfahrung die Fragen der Kinder. Erstens kommen sie meistens in Momenten, in denen man garantiert was anderes zu tun hat - und manchmal sogar etwas Wichtigeres. Zweitens betreffen sie oft Dinge, die eigentlich banal erscheinen, bei genauerem Hinsehen aber doch schwierig zu beantworten sind. Zumal wenn man gerade keine Zeit hat, in Ruhe darüber nachzudenken oder mal schnell ins Internet zu gucken. Ich meine Fragen wie die zum Beispiel:

„Mama, warum haben Menschen eigentlich einen Bauchnabel?“ Sie fragt ihre Mama, warum Menschen eigentlich einen Bauchnabel haben. Die Mutter ist gerade am Kochen und hat deshalb weder Zeit noch Nerven für solche Themen. „Geh deinen Papa fragen!“ Der Papa wiederum will in Ruhe seine Zeitung lesen und sagt deshalb: „Das ist mir zu kompliziert/schwierig jetzt, frag morgen deine Bio-Lehrerin!“

Die weiß natürlich genau Bescheid und erklärt dem Kind alles über Embryonen, Föten, Blutkreislauf, Plazenta und andere Dinge, von denen das Kind kein Wort versteht. Während es dann in der großen Pause versucht, das Gehörte halbwegs zu sortieren, kommt der Religionslehrer vorbei und fragt: „Ist irgendwas? Du siehst so abwesend aus!“

Da erzählt das Kind auch noch dem Religionslehrer von seiner Suche nach Erklärungen, warum wir Menschen einen Bauchnabel haben. „Ja,“ sagt der Religionslehrer, „das weiß ich! Wenn ein Mensch geboren wird, dann ist der liebe Gott darüber so glücklich, dass er dem Menschen erst einmal vor lauter Freude in den Bauch piekst. Eigentlich macht Gott das ganz vorsichtig, so wie wir Menschen das untereinander auch tun. Aber weil Gott so groß ist und so stark, hat danach jeder Mensch ein kleines Loch im Bauch. Sozusagen als Erinnerung, dass Gott sich ganz doll gefreut hat, als dieser Mensch geboren wurde.“

„Ganz nette Geschichte, aber doch eher was für Kinder“, werden Sie jetzt vielleicht sagen. Stimmt einerseits. Aber andererseits ist da was dran. Ich glaube nämlich, dass Gott sich wirklich freut, wenn ein Mensch geboren wird. Das gilt nicht nur für besondere, auserwählte Persönlichkeiten, die wichtig sind für die Weltgeschichte. Das gilt auch nicht nur für besonders heilige und fromme Menschen. Nein, Gott freut sich über jeden. Auch über Sie und mich. Jeder Mensch ist für Gott wichtig und ein Grund zur Freude.

Eigentlich gehört das zu den Selbstverständlichkeiten des christlichen Glaubens. Die Bibel ist voll von Beispielen, wo Gott sich gerade der kleinen und unbedeutenden Menschen annimmt. Schließlich hat sich auch Jesus nicht mit berühmten und wichtigen Persönlichkeiten umgeben. Sondern eher mit einfachen Leuten. Denen hat er in erster Linie seine Botschaft verkündet. Damit sie erfahren sollten, dass Gott auch sie wertschätzt und liebt.

Aber trotz aller Selbstverständlichkeit: Ich glaube, es tut gut, sich das immer mal wieder klar zu machen. Dass die Liebe Gottes nicht nur für die Menschheit allgemein gilt. Sondern für jeden Menschen ganz persönlich. Dass also tatsächlich auch wir - Sie und ich - für Gott wichtig und liebenswert sind.

Und wenn Sie irgendwann heute Ihren Bauchnabel sehen, dann denken Sie ruhig noch mal daran: Gott hat sich gefreut, als Sie geboren wurden. Und er findet es gut, dass Sie immer noch da sind. (Er hat Sie lieb.)

katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen