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Kirche in WDR 2 | 11.11.2016 | 05:55 Uhr

Beruf und Familie

Es ist eine Lüge, dass es besser werde mit der Zeit! Wie so oft im Leben. Nichts wird besser mit der Zeit, auch nicht die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, wenn die Kleinen groß sind, schon echte Teens und mitten in der Pubertät.

Meine Kollegin erzählt, wenn sie von der Arbeit komme, seien ihre beiden Kinder schon zu Hause. Clara – 14 Jahre alt - liege dann auf dem Sofa und sei mit ihrem Handy beschäftigt. Kommuniziere mit ihren Freundinnen auf einem Niveau, auf das die Diagnose ICD-10 F 70 zutreffe, auf Deutsch: Debilität. Ihr Sohn hingegen – mittlerweile 16 - sitze vor seinem PC und erschieße Monster. Das würde er tun seitdem er 14 ist. Sein Zimmer verlasse er nur noch, um in die Schule zu gehen, zum Fußball, aufs Klo oder an den gedeckten Küchentisch. Welche psychiatrische Diagnose dazu passe, wisse sie nicht. Aber er beteure ihr gegenüber immer wieder, sie könne froh sein, dass er nicht rauche, kiffe und saufe. Das würden nämlich die anderen coolen Jungens tun. Mit den anderen, die uncool sind, wolle er nichts zu tun haben – eben so wenig wie mit Hausaufgaben.

Natürlich musste ich schmunzeln, als sie mir das erzählte. Weil: Auch ich bin Mutter und froh, dass es bei anderen auch nicht besser ist.

Der Gang in die Gruft namens Jugendzimmer ist für Eltern eine Mutprobe. Aus und vorbei die Zeiten, wo sie sich einem in die Arme stürzten und stolz erzählten, was sie schon alles an diesem Tag erlebt hatten. Jetzt muss man damit rechnen, dass sie einen ignorieren oder allenfalls angrunzen, ohne den Blick vom Bildschirm zu heben.

Um der kompletten Verwahrlosung vorzubeugen, müssen Eltern da sein, anwesend. Pubertierende wissen nämlich oft – natürlich gilt das nicht für alle– nichts mit sich selbst und ihrer Zeit anzufangen. Zumindest nichts - in unseren Augen - Schönes oder Sinnvolles. Deshalb brauchen sie Anregung, Halt und Unterstützung.

Sie brauchen die Möglichkeit, einem zu begegnen. Dem Vater, der Mutter - persönlich - in Fleisch und Blut. Zufällig, beiläufig, vielleicht zur Unzeit. Denn: Sie bestimmen, wann sie sich öffnen und mit einem reden. Über die wichtigen Fragen des Lebens, über das, was sie freut, quält oder langweilt.

Sie brauchen das Gefühl, dass die Eltern immer für sie da sind. Und das ist viel. Da sein, ohne vorschnelle Antworten zu haben. Da sein, und wirklich da sein. Nicht in Gedanken noch ganz woanders.

Wichtig sei auch, so der Kinder-und Jugendpsychiater Michael Schulte-Markwort, dass Eltern regelmäßig in der Küche stehen und kochen. Die häusliche Geborgenheit wirke auf sie wie ein Schnuller. Das sei wichtig, die Adoleszenz sei eine sehr krisenanfällige Zeit.

Du bist nicht allein, wir sind immer für dich da, sagen die Eltern. Und was ist mit ihnen, wenn sie – die Eltern - mal wieder kurz vor dem Durchdrehen sind?

Sie haben die Zusage Gottes, dass er immer für sie da ist. Und so lässt sie sich überleben, die Pubertät und die Adoleszenz. Übrigens endet die erst, wenn die Kinder 25 sind. Vielleicht klappt es ja dann mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wobei – wenn ich ehrlich bin – in 13 Jahren bin ich schon im wohl verdienten Ruhestand!

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