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Kirche in WDR 4 | 13.10.2018 | 08:55 Uhr

Bevor ich sterbe...zum Welthospiztag

Guten Morgen!

Mitten in der Stadt stoße ich auf große Tafeln. Davor liegen einige Stücke Kreide. Auf den Tafeln prangt die Überschrift „Before I die…“ – „Bevor ich sterbe…“ Viele Passanten stutzen; sie halten inne. Spontan schreiben einige ihre Ideen mit der Kreide auf die Tafeln.

„Bevor ich sterbe, ....“ „…möchte ich einmal jeden Kontinent betreten haben“, „…möchte ich beim New-York-Marathon mitlaufen“, „…möchte ich mich mit meinen Geschwistern versöhnen“, „möchte ich Spuren der Liebe hinterlassen“, „…möchte ich tiefe Lachfalten haben.“

Begegnet sind mir diese Tafeln im letzten Jahr in Detmold im Rahmen des Welthospiztages. Der Hospizdienst hatte diese weltweite Aktion „Before I die…“ in unsere Stadt geholt.

Heute ist wieder Welthospiztag. Dieser Tag soll Mut machen, Gedanken an Tod und Sterben, an Abschiednehmen und Trauer zuzulassen. Gedanken, die ich sonst so gerne beiseiteschiebe. Und der Tag rückt die so wichtige Arbeit derjenigen ins Licht, die haupt- und ehrenamtlich Sterbende und ihre Angehörigen auf ihrem Weg begleiten.

Auch in diesem Jahr gibt es wieder Städte, die sich an der Aktion „Before I die…“ – „Bevor ich sterbe…“, beteiligen. Sie geht auf die amerikanische Künstlerin Candy Chung zurück und war Teil ihrer eigenen Trauer um einen Freund. Candy Chung verwandelte ein verlassenes Haus in der Nachbarschaft in eine riesige Tafel. Was die Passanten aufschrieben, war oft überraschend, manchmal ergreifend, manchmal lustig… Und Candy Chungs Idee verbreitete sich schnell.

Über das Sterben reden wohl die meisten nicht so gerne. Auch ich verdränge oft, dass meine Lebenszeit begrenzt ist. Mitarbeitende im Hospizdienst erzählen, dass ihnen häufig Menschen begegnen, die Träume und Wünsche für ihr Leben auf ein „später“ verschoben hatten. „Wenn die Kinder erst mal aus dem Haus sind…. „Wenn ich erst mal in Rente bin…“ „…dann mache ich dies und jenes…“ Doch wie oft werden solche Pläne durchkreuzt.

Die Aktion „Bevor ich sterbe“ soll dazu anregen, dass ich mir Gedanken mache, was mir im Leben wichtig ist. Was ich noch erleben oder erreichen möchte.

Mich erinnert das an ein Gebet aus der Bibel: „Gott, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ (Psalm 90,12)

Da bittet jemand Gott: Hilf mir, das zu verstehen und anzunehmen: dass meine Lebens-Zeit begrenzt ist.

Jeder Tag meines Lebens kommt nur einmal, jede Stunde und jeder Augenblick. Wiederholen, zurückspulen, alles auf Anfang setzen ist nicht möglich. So wird jeder Tag, jede Stunde, jeder Augenblick wichtig und wertvoll. Jeder Augenblick zählt. Jeder Augenblick ist ein Geschenk Gottes.

Heute ist der erste Tag vom Rest meines Lebens. Bevor ich sterbe, möchte ich das Notwendige nicht verschieben. Ich will versuchen meine Ziele, meine Wünsche und Träume ins Jetzt und Hier zu holen. Ich möchte jeden Tag meines Lebens dankbar aus Gottes Hand nehmen als sein Geschenk an mich.

„Bevor ich sterbe…“ Wüssten Sie spontan, was Sie dort hinschreiben würden? Ich wünsche Ihnen den Mut, es in die Tat umzusetzen.

Ihr Dietmar Arends, Landessuperintendent aus Detmold.

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