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Kirche in WDR 3 | 26.10.2017 | 07:50 Uhr

Bibel, Beten, Börse - Ein Börsenjournalist erzählt

O-Ton Klinzing: Zunächst einmal muss man sagen, dass die Klischees, die über die Börse verbreitet werden, alle wahr sind.

Autor: Sagt der überzeugte Christ und Börsenjournalist Bernhard Klinzing über sein berufliches Umfeld.

O-Ton Klinzing: Börse ist ein absolutes Haifischbecken. Das muss man wissen. Und da wird man völlig alleingelassen.

Autor: Und betroffen sind oft Menschen, die über Jahre gespart haben und für ihr Alter vorsorgen wollen.

O-Ton Klinzing: 95 Prozent der Beteiligten in der Finanzindustrie ist das piepegal, ob der Anleger, der die Produkte kauft, Fonds, Lebensversicherung, was auch immer, ob der damit tatsächlich einen Gewinn erreicht oder ob sein Ziel einer Altersversorgung überhaupt erreicht wird.

Autor: In seiner Düsseldorfer Kirchengemeinde ist Bernhard Klinzing als Prädikant engagiert. Das heißt, er gestaltet Gottesdienste und hält Predigten. Beten am Sonntag, Börse am Montag - wie passt das für den Mittvierziger und Familienvater zusammen?

O-Ton Klinzing: Jeder verfolgt da seine eigene Philosophie - ich das, was ich mit meinem Glauben und meinem Gewissen gut vertreten kann, und so machen wir das jetzt seit über zehn Jahren.

Autor: Gemeinsam mit einem Kollegen, der in einer evangelischen Freikirche ist, gibt Bernhard Klinzing einen renommierten Börsenbrief heraus. Bewusst und gezielt gehen sie einen anderen Weg als die 95 Prozent im Haifischbecken. Sie geben seriöse Anlage-Tipps, und der Fokus liegt auf sozialen Standards und Nachhaltigkeit.

O-Ton Klinzing: Das bedeutet dann unterm Strich, dass Unternehmen aus der Rüstungsbranche nicht für uns als Empfehlung in Frage kommen. Auch die erfolgreichste Aktie der Welt, das erfolgreichste Unternehmen Apple kommt für uns nicht in Frage, weil bei der Produktion dieser ganzen Produkte soziale Standards nicht eingehalten werden und die Menschen da ausgebeutet werden.

Autor: Kraft und Orientierung - Bernhard Klinzing erzählt gern, wo er die herholt:

O-Ton Klinzing: Jeden Morgen zehn Minuten kontemplatives Gebet, stilles Gebet, hörendes Gebet. Das ist jetzt im Moment mein Weg, Achtsamkeit zu lernen, mir selbst gegenüber, aber auch Gottes Willen gegenüber, was sein Weg für mich ist.

Autor: Das wirkt sich aus - auf sein Denken und Handeln.

O-Ton Klinzing: Ich übe mich im Moment in der Selbstdisziplin, in jedem Moment zu überlegen, was würde Jesus jetzt machen in dieser Situation.

Autor: Von den Reichen hat Jesus gesagt, dass sie’s schwer haben mit dem Glauben an Gott. Was heißt das für den Umgang mit Geld?

O-Ton Klinzing: Es ist ein gutes Werkzeug, es ist ein Mittel zum Zweck, aber es darf nicht die Priorität im eigenen Herzen haben. Darum geht es.

Autor: Aus seiner christlichen Überzeugung macht der Börsenjournalist auch im beruflichen Umfeld keinen Hehl.

O-Ton Klinzing: Wenn ich auf Messen bin und hinterher sitzt man dann noch mal irgendwo bei einem Bier zusammen, da passiert es auch häufiger, dass auch tatsächlich mit Leuten aus der Finanzindustrie tiefgründige Gespräche passieren, und wo auch so’n bisschen Glauben durchschimmert oder Fragen, Lebensfragen durchschimmern.

Autor: Und noch nie hat der gestandene Zweimetermann negative oder spöttische Reaktionen bekommen, wenn er sich dann als Christ outet.

O-Ton Klinzing: Es ist allerdings auf der anderen Seite auch nicht so, dass jetzt einer zu mir gekommen wäre und gesagt hätte, Herr Klinzing, das ist aber fantastisch, was muss ich tun, wenn ich jetzt Jesus mein Leben übergeben möchte.

Autor: Aber wenn einer käme, wäre der gläubige Börsenfachmann um keine Antwort verlegen. Vermutlich würde er von seinem nächsten spirituellen Vorhaben erzählen und freundlich dazu einladen.

O-Ton Klinzing: Ich bin gerade in einer Vorbereitung auf Exerzitien, die ich jetzt im November besuchen werde und im nächsten Jahr hoffentlich dann auch für andere halten werde.

Autor: Eine gute Möglichkeit, Gott und sich selber näher zu kommen und in der Welt die richtigen Prioritäten zu setzen.

Es grüßen Sie der Autor dieses Beitrags, Pfarrer Dietmar Silbersiepe aus Erkrath-Hochdahl, und Titus Reinmuth als Sprecher.

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