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Kirche in WDR 2 | 27.12.2013 | 05:55 Uhr

Bilanz

Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen! Eine Australierin, Bronnie Ware, hat sie gesammelt: Top 1 der Antworten: „Warum habe ich so wenig getan, was ich eigentlich wollte?“ Punkt 2 der Lebensirrtümer, von Menschen ausgesprochen, die auf dem Sterbebett liegen: „Ich habe zu viel Zeit im Beruf verbracht, statt mit meiner Familie und Freunden.“ Nummer 3: „Ich hätte mir gewünscht, ich hätte mehr Mut gehabt, meine Gefühle zu zeigen.“ Punkt 4 im Ranking der großen Lebensreue ist ganz ähnlich: „Ich hätte intensiver mit meinen Freunden in Verbindung bleiben sollen.“ Und Punkt 5 der „Top Five“: „Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein.“

Als ich das gehört habe, habe ich ein paar Mal geschluckt. Irgendwie finde ich mich in vielen Antworten wieder – auch wenn ich natürlich hoffe, dass ich noch lange lebe. Die Autorin dieser kleinen Studie, Bronnie Ware, ist so alt wie ich, Mitte 40. Sie hat alte, kranke Menschen gepflegt und dabei, sei ihr die Idee für diese Untersuchung gekommen.

Vor allem eine alte Dame habe den Anstoß gegeben. Jahrzehnte lang hat die Frau die Tyrannei ihres Mannes ertragen. Und nun zum Lebensende macht sie sich bittere Vorwürfe: Warum habe ich mich nicht stärker gewehrt? – Warum habe ich so wenig getan, was ich wollte? Das ist genau ihre Frage. Und von so vielen anderen Menschen auch, die Ähnliches erlebt haben und nun am Ende ihrer Zeit auf Erden Bilanz ziehen.

Auch zu dem Punkt „Warum habe ich so viel Zeit mit der Arbeit verbracht statt mit meiner Familie und meinen Freunden?“ kann Bronnie Ware eine Geschichte erzählen: Von dem 90-jährigen John, der den Tod vor Augen, von seiner geliebten Frau Magret erzählt. Fünf Kinder haben die beiden groß gezogen. Als das letzte das Haus verlassen hatte, bittet ihn seine Frau, den Beruf, er war erfolgreicher Geschäftsmann, an den Nagel zu hängen. „Lass uns die verbleibende Zeit gemeinsam genießen“, sagt sie, am liebsten auf Reisen. Doch John vertröstet Magret. Jedes Jahr neu. Sie schmiedet Reisepläne. Er arbeitet, viel und erfolgreich. Dann, nach 15 Jahren, gibt er nach und sagt: „Komm Schatz, jetzt reisen wir, Ende des Jahres.“ Vier Monate danach erkrankt seine Frau schwer und stirbt bald.

Bitter. Und all der Reichtum, den er in den letzten Jahren erworben hat, ist ihm mit einem Schlag völlig egal.

Jetzt nach Weihnachten zum Jahresende ziehe ich wie jedes Jahr Bilanz. Und ich wünsche mir, dass ich in meinen letzten Stunden nicht so ins Grübeln komme. Das letzte Jahr, das muss ich einräumen, war in dieser Hinsicht kein optimales Jahr. Zeit Bilanz zu ziehen, das heißt dann auch, etwas zu verändern. Zumindest solange man das noch kann.

Ich möchte die Schwerpunkte im Leben richtig setzen. Und da zeigen mir die Lebensbeichten: Nichts ist so wichtig, wie das Glück und die Erfüllung in menschlichen Beziehungen. Gefühle zeigen, ehrlich sein, zu mir und meinen Mitmenschen. Darum geht´s. Und es sind weniger die äußeren Umstände, die mich daran hindern. Ich bin es. Und das nächste Jahr, das verspreche ich mir, wird besser.

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