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Kirche in WDR 5 | 18.09.2018 | 06:55 Uhr

Blick auf das Glück

Es gibt Jugendbücher, die auch Erwachsene noch mit Gewinn lesen können. Dazu gehören für mich die Geschichten über den Zauberlehrling Harry Potter. Es geht in diesen Büchern um Werte wie Treue und Freundschaft, Liebe und Gerechtigkeit, Angst und Tapferkeit, Aufrichtigkeit und Kampf für das Gute. Demgegenüber steht der dunkle Zauberer, der das Böse verkörpert in Verschlagenheit und Macht über andere, Lüge und personifiziertem Egoismus, Verlangen nach dem Leid anderer. Also wie in allen Märchen: Gut und Böse miteinander im Kampf.

Zu den Märchenwesen dieser Geschichte gehören auch Dementoren. Das sind die Wächter des Zaubereigefängnisses in Askaban. Es sind gruselige gestaltlose Gestalten, von denen man nur den großen Umhang mit Kapuze sieht, worunter sie verborgen sind. Ein Lehrer auf der Zauberschule Hogwarts beschreibt die Dementoren so:

Sprecher:

„Sie schaffen Zerfall und Verzweiflung, sie saugen Frieden, Hoffnung und Glück aus jedem Menschen, der ihnen nahe kommt. Wenn sie können, nähren sie sich so lange von ihm, bis er ähnlich wie sie selbst wird – seelenlos und böse.“

Ein Dementor saugt jedes gute Gefühl, jede glückliche Erinnerung aus dem Menschen und es bleiben ihm nur die schlimmsten Erfahrungen seines Lebens.

Diese wirklich bösen Wesen sind Gott sei Dank Märchenwesen. Doch etwas davon kennen viele in ihrem Alltag auch. Aus welchem Grund auch immer scheint alles Helle und Schöne verschwunden. Menschen in dieser Stimmung erinnern sich nur noch an das Leidvolle und Dunkle, das sie schon ertragen mussten. Als würden Frieden, Hoffnung und Glück aus ihnen herausgesaugt. Wohlgemerkt, ich spreche jetzt nicht von Depressionen, aber von depressiven Stimmungen, von Phasen, in denen wir einfach durchhängen. Und nichts geht mehr.

Um die Dementoren zu verjagen, braucht es in Harry Potters Fantasiewelt einen besonderen Zauber. Der Zauberspruch an sich ist nicht schwer zu lernen – und den hat der Junge auch schnell parat. Es gibt nur eine Grundbedingung für den Erfolg: dieser Zauber wirkt nur, wenn Harry sich mit aller Kraft auf eine einzige, sehr glückliche Erinnerung konzentriert.

Ein schönes Bild, wie ich finde, für den Umgang mit trüben Phasen, in denen unser Herz und unsere Seele lustlos vor sich hin dümpeln. Es ist, als gäbe es all das Gute gar nicht mehr, das wir ja auch erlebt haben. Ein Name, der auch manchmal für den Teufel benutzt wird, ist Verblender. Er blendet alles Positive aus. Und zurückbleibt nur der Absturz. Da braucht es alle Kraft und Konzentration, um sich mühsam an ein gelebtes Glück zu erinnern, das es in jedem Leben gibt. Nichts Großes, aber eben etwas Helles – und im letzten: ein vertrauensvoller Blick auf Gott.

Dass Ihnen heute ein wenig gelebtes Glück geschenkt wird, wünscht Ihnen Sr. Ancilla Röttger aus Münster.

* Joanne K. Rowling, Harry Potter und der Gefangene von Askaban, Hamburg 1999, S. 196.

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