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Sonntagskirche | 17.04.2016 | 08:55 Uhr

Bootspartie

Direkt am Ufer eines Sees zu wohnen ist immer herrlich. Wenn es der See Genezareth ist, ganz besonders. Meist liegt er schön still vor einem. Den Berg der Seligpreisungen im Rücken, die Sonne scheint: Mehr Idylle geht nicht. Aber an einem Morgen im März diesen Jahres konnte ich erleben: Er kann auch anders. Dann herrscht Sturm auf dem See. Und direkt kam mir das bekannte Szenario in den Kopf: Jesus fährt mit den Jüngern spät raus auf den See, es stürmt und er schläft hinten im Boot selig auf seinem Kissen. Die Jünger haben Angst, wecken ihn panisch – da steht er auf, befielt dem See und dem Wind ruhig zu sein und fragt seine Jünger, warum sie denn so wenig Vertrauen haben.

Seine Botschaft ist eindeutig: Ihr habt nichts zu befürchten!

Das ist leichter gesagt, als getan, das mit dem „Fürchtet Euch nicht“. Angeblich soll es 365 Mal in der Bibel vorkommen, für jeden Tag des Jahres einmal – ich gebe zu, ich habe nicht nachgezählt.

Aber es stimmt: Jesus selbst sagt es immer wieder. Vor und sogar nach seinem Tod. Er braucht ganz schön Geduld mit uns. Es ist nicht leicht, sich nicht zu fürchten, bei all dem, was im eigenen Leben und in der Welt so passiert.

In Tabgha, am See Genezareth, werden im Souvenirshop auch kleine Kissen verkauft. Sie sollen an das Ruhekissen erinnern, auf dem Jesus es sich im Boot während des Sturms gemütlich gemacht hat. Als ich im letzten Jahr zum ersten Mal in Tabgha war, habe ich herzhaft darüber gelacht: Was die sich so alles einfallen lassen, um die Pilger um ein paar Schekel zu erleichtern!

Im Laufe des Jahres musste ich aber manchmal an diese Kissen denken. Das lachen war mir da allerdings vergangen, denn es waren eher stürmische Zeiten, in denen mir das Kissen wieder einfiel. In den Nachrichten sah ich brennende Flüchtlingsunterkünfte. Ich erfuhr, dass Menschen, die ich gut kenne, schwer erkrankt sind. Und vom Tod eines lieben Freundes. Da war mir oft zum Fürchten zumute.

Als ich vor ein paar Wochen wieder am See Genezareth war, habe ich mir deshalb so ein Kissen gekauft. Es soll mich in stürmischen Zeiten daran erinnern, dass ER längst mit uns im Boot sitzt, egal wie sehr es schaukelt. Gott hat das letzte Wort. Und das heißt Leben, egal was passiert.

Genau das wird heute auch in Tabgha am See Genezareth gefeiert. Und wenn Sie möchten, können Sie dabei sein! Um zehn Uhr überträgt der Bayerische Rundfunk den Fernsehgottesdienst live von dort. Genießen sie die Aussicht. Egal, ob der See heute ruhig daliegt oder tobt: Legen sie sich ein Kissen unter den Kopf, sie haben nichts zu befürchten.

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