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Kirche in WDR 2 | 17.08.2015 | 05:55 Uhr

Botschaften im Alltag

Es stand lange auf dem Rasen; das Schild mit den Symbolen, die zeigen, was alles verboten ist: Fußball und Federball, einen Sonnenstuhl aufstellen, im Sand spielen, Skateboard fahren. Irgendwann hing ein Zettel darunter, darauf die Frage: „Was darf ich hier überhaupt machen?“ und ein Name: Barbara - als Signatur.

Einer von vielen Kommentaren, die zunächst in Berlin, später in Heidelberg auftauchten, manchmal wochenlang hingen, manchmal nur ein paar Tage. Als Streetart kann man sie im Internet bewundern, jetzt ist sogar ein Buch mit ihren Werken erschienen. Mit einem Verbotsschild als Titel: „Bekleben verboten“. darunter ein Zettel „Dieser Befehlston verletzt meine Gefühle“. Barbara möchte anonym bleiben. Dennoch: Über eine Verbindungsperson oder über digitale Medien gibt sie Auskunft über ihre Motivation. Die Künstlerin war es eines Tages satt, ständig auf Ver- und Gebotsschilder zu treffen, Werbebotschaften oder Wandschmierereien ausgesetzt zu sein. Sie beschloss, zu antworten. Spielerisch, ironisch und subversiv entlarvt Barbara hohle Slogans, unterläuft sinnfreie Verbote und führt Warnungen ins Absurde“. So regt sie zum Nachdenken an.

Wie bei einem Hinweisschild für einen Fußgängerweg. Auf weißem Grund zeigt es eine Frau und ein Kind, darunter ein Pfeil, der nach rechts zeigt. Barbara hat es ergänzt - um ein Schild mit der Aufschrift „Karrierechancen“, hier zeigt der Pfeil nach links. Das ist nicht nur witzig, sondern auch gesellschaftskritisch. Ein klares Nein zu der Frage der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Aber auch zu den sportlichen Leistungen der Bundesrepublik äußert sie sich

„Kein Wunder, dass Deutschland kaum noch Medaillen gewinnt“. So lautet ihr Kommentar zu einem Schild, das Ballspiele jeglicher Art sowie Rad- und Rollschuhfahren verbietet.

Dem, der das Wort „Hure“ an einen Laternenpfahl gesprüht hat, teilt sie mit; „Typen wie du sind ein Grund, warum ich Plakate klebe.“

Angefangen habe alles, als sie mit ihrem Großvater spazieren ging und er ihr den Hintergrund von Hakenkreuzschmierereien erklärte, berichtet Barbara. Sie habe einen Smiley gebastelt und die Symbole beim nächsten Spaziergang damit überklebt.

Und egal ob auf einem Wahlplakat oder als Kritzelei an der Wand; Intoleranz, rechtes und rassistisches Gedankengut fordert sie bis heute zur Reaktion heraus. „Hakenkreuze kann man prima zu Windmühlen umformen“, sagt sie. Doch sie kann auch deutlicher werden und befiehlt: „Rassisten: Tag und Nacht Mund halten!“.

Einmal hat sogar ein Kommentar auf einem Wahlplakat zu Diskussionen innerhalb der AfD geführt und zu der Einsicht: Politik lebt von konstruktiver Auseinandersetzung.

Wenn es nach Barbara geht, kann es davon gar nicht genug geben. Mit ihren Plakaten weckt sie die Aufmerksamkeit, sie deckt auf und gibt Kontra. Sich einmischen und seine Meinung sagen, dazu will sie bewegen. „Je mehr Menschen gegen die allgegenwärtigen Werbebotschaften und die Lobby der Verbotsschilderfetischisten antreten desto besser“, sagt sie.

Ideen dazu liefert sie gerne, kritische, witzige, anregende.

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