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Kirche in WDR 4 | 11.08.2016 | 08:55 Uhr

Caterina von Siena

Der Dominikanerorden feiert in diesem Jahr sein 800 jähriges Bestehen. Es ist ein Orden der besondere Persönlichkeiten hervorgebracht hat – Albertus Magnus z.B. oder Thomas von Aquin – hervorragende Denker und Wissenschaftler. Aber auch beeindruckende Frauen. Caterina von Siena z.B, die 1380 in Rom starb.

Sie tritt mit 18 Jahren in den dOrden der Dominikanerinnen ein, nach großem Kampf mit ihren Eltern. Die hätten sie lieber verheiratet, Ganz dominikanisch erhält sie 2 Jahre nach Ordenseintritt, in ihrem 20. Lebensjahr, von Gott selbst einen Auftrag: Beten sei nicht genug: Sie solle sich doch um die Menschen kümmern, das würde sie noch näher an ihn binden als jedes Gebet. So pflegt Caterina von da an Kranke, besucht zum Tode Verurteilte im Gefängnis und macht all das, was ehrbaren Frauen gerne meiden zu ihrer Zeit. Sie war sich für nix zu schad…wie der Rheinländer sagen würde.

Mehr und mehr wird Caterina zur Verkünderin der Liebe Gottes. Einer Liebe, die sie nicht schweigen läßt….sie musste von dem erzählen, wovon ihr Herz voll war. Sie selbst sagt von sich „mein Wesen ist Feuer“! Caterina brennt für Gott und steckt manchen an. Man sagt, dass jeder, der zu ihr kam, als besserer Mensch von ihr weg ging!

Obwohl sie eine Frau war, ohne Schulbildung, ohne Lesen und Schreiben zu können, schreibt sie an Könige, Prälaten und sogar den Papst. Bei den Briefen nimmt sie kein Blatt vor den Mund und kritisiert die Zustände in der Kirche. So schreibt sie an den Klerus:

Sprecherin:

„Sie sind knauserig, habgierig, geizig! Sie schwatzen in ungezügelter Eitelkeit daher und sind bloß auf Wohlleben aus. Weh über ihr erbärmliches Leben! Was Christus am Holz des Kreuzes erworben hat, das vergeuden sie mit Huren. Ihr Teufelstempel! Die Kleriker sind Strohhalme und keine Säulen der Kirche. Sie strömen Gestank aus, mit dem sie die ganze Welt verpesten!“

Spätestens Prälat Georg Gänswein würde so einen Brief diskret aus der päpstlichen Post fischen, wenn heute eine junge Frau in solch ungehobeltem Umgangston dem Papst schreiben würde, er solle sich endlich aufraffen um die verlotterte Kirche zu reformieren…aber Caterina nimmt auch in Bezug auf den Papst kein Blatt vor den Mund, sie schreibt:

Sprecherin:

„Seien Sie nicht ein ängstlicher Säugling, sondern ein Mann! Gott befiehlt Ihnen, streng vorzugehen gegen das Übermaß an Schlechtigkeit all jener, die sich im Garten der heiligen Kirche mästen. Rottet die übelriechenden Blumen aus! Ich meine die schlechten Hirten und Verwalter, die diesen Garten vergiften. Bischöfe sollen Gott suchen, statt wie Schweine zu leben.“

Heftige Worte, selbst heute. Und man möchte meinen, dass damals die kirchliche Inquisition hier bestimmt gerne tätig geworden wäre. Doch scheinbar war jedem, der Caterina begegnete, spürbar deutlich, dass hier wirklich Gott aus ihr heraus sprach. Dies wurde ihr sogar päpstlich bestätigt, denn Caterina erhielt die Erlaubnis zu predigen. Lassen sie sich da mal auf der Zunge zergehen! In dieser Zeit durfte eine Frau offiziell predigen – wo es doch selbst heute manchem Bischof oder Priester sehr gegen den Strich geht, wenn eine Frau in der katholischen Messe das Wort Gottes auslegt!

Was mich als Dominikanerin bis heute beeindruckt ist genau diese Selbstsicherheit, mit der Caterina auftritt. Caterina ist für mich eine Heilige, die mich auch heute noch dazu bringt, mich Gott mehr zuzuwenden. Egal was du bist, unter welchen Lebensumständen du lebst und welche Bildung du hast: in der Verbundenheit mit Gott kannst du strahlend, charmant, hinreißend und begnadet sein. Dazu brauchst du keine äußeren Würden, kein langes Studium und, ja, auch kein Klosterleben.

Ich glaube fest: diese Selbstsicherheit aus Gott – die gibt es noch heute. Und gerade in meiner Kirche braucht es mutige Frauen – und natürlich auch Männer, die daraus handeln.

Einen guten Tag wünscht Ihnen, Sr. Jordana aus Schwalmtal.

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