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Kirche in WDR 2 | 04.11.2014 | 05:55 Uhr

Connecting people

Connecting people

(Nokia Klingelton gespielt)

Erkannt? Das war der Klingelton mein ersten Handys. Es war von Nokia und den alten Knochen musste ich denken, als ich vor 2 Wochen erfahren habe, dass diese Handymarke jetzt endgültig vom Markt verschwinden wird.

Wie stolz war ich, als ich mein erstes Handy damals in der Hand hatte. Endlich von überall aus telefonieren. Und dann noch ein Handy vom Marktführer! Nokias Klingelton war auf der ganzen Welt zu hören. Und wer sein Handy anschaltete, sah die beiden Hände, die sich aufeinander zubewegten. Die erinnerten mich an die von Adam und Gott in der Sixtinischen Kapelle in Rom. Nokia hatte die Hände gewählt als Symbol für ihren Werbeslogan, der da hieß: „Connecting People“, „Menschen verbinden“ – Sie erinnern sich vielleicht.

Noch vor zehn Jahren dachte ich, so ein Handy-Gigant sei so unverwüstlich wie seine Telefone. Nokia ließ die Welt tatsächlich ein wenig enger zusammen rücken und setzte lange Zeit die Standards in Sachen Handy.

Jetzt aber das endgültige Aus von Nokia in Sachen Handys. Heute geben andere Anbieter den Ton an, wenn‘s um Handys geht. Wie das kommen konnte? Mangelnde technische Innovationen, eine verfehlte Verkaufsstrategie? Das wissen die Experten besser.

Ich glaube, ist der Grund ist ganz einfach: Die Handys von Nokia waren irgendwann nicht mehr relevant, nicht mehr wichtig. Nokia-Handys machten nicht mehr den Unterschied. Am Ende ist es eine Frage der Relevanz – ob etwas einen Unterschied macht.

Und daher dachte ich auch an die Kirche, als ich vor 2 Wochen vom Ende von Nokia gehört hatte. Vom einstigen Giganten in Sachen „Connecting people“.

Menschen verbinden – das ist schon seit Jahrhunderten etwas, was auch Kirche ausmacht. Und so mögen sich lange Zeit Kirchenmänner und –Frauen gesagt: So eine Institution wie die unsere – die wird nicht von der Bildfläche verschwinden. Dafür sind wir viel zu relevant – in der Gesellschaft, mit unseren Kirchen, mit unseren Bräuchen, mit unser kultprägenden Kraft, aber auch im Herzen so vieler Menschen. Aber ich merke, wie sich jetzt Unsicherheit breit macht.

Im Spätsommer wurde bekannt, dass die Austrittszahlen der Kirchen erneut rasant gestiegen sind: Was also, wenn Kirche einmal wirklich nicht mehr relevant sein sollte? Nicht für einzelne Menschen? Nicht für die ganze Gesellschaft? Was, wenn andere Sinnstiftungsanbieter mittlerweile besser auf die Bedürfnisse der Menschen eingehen? Mit zielgenaueren Angeboten? Oder einfach schicker sind? Ich merke, diese Fragen lassen die Verantwortlichen in der Kirche nicht kalt. Das ist eine Krise.

Dabei ist das eigentlich nichts Neues: Schon in der Zeit von Jesus hat es solche Krisen gegeben. Da gab es immer wieder Leute, die sich von ihm abgewandt haben. An einer Stelle sagen einige seiner Jünger sogar: „Was er sagt ist unerträglich. Wer kann das anhören?“ (Joh 6,60) und sie gehen. Aber der Trick ist: Jesus ging es wirklich nicht um die Relevanz einer Institution oder eine Produktes. Noch nicht mal um seine eigene Bewegung. Ihm ging es um die Relevanz, die einen jeden Menschen, um den Unterscheid, den jeder Mensch in seinem Leben ausmachen kann – für andere. Er hat das so formuliert:

„Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt Ihr mir getan.“

Für mich heißt das: Meine Sorge sollte nicht so sehr sein, ob Kirche noch relevant ist. Meine erste Sorge als Christ sollte sein, ob ich relevant bin, ob ich einen Unterschied mache - und zwar für denjenigen um mich herum, der es gerade am meisten braucht. Connecting people – eben.

Copyright Vorschaubild: CCO Public Domain Pixabay

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