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Hörmal | 13.09.2015 | 07:45 Uhr

Courage

Kennen Sie die Geschichte von der sogenannten Berufung des Mose? Mose, so wird erzählt, der als Viehhirte die Schafe seines Schwiegervaters hütet, macht eine merkwürdige Entdeckung: Ein scheinbar brennender Dornbusch mitten in der Steppe, dessen Flammen aber das Gewächs nicht verzehren. Und schon hört er die Stimme Gottes, die ihm aus diesem Dornbusch entgegenschallt und ihn völlig unvermittelt konfrontiert mit einem ungeheuerlichen Auftrag, einer irren Zumutung: „Geh hin nach Ägypten, tritt vor den Pharao und sage ihm an, dass du mein Volk, die Israeliten, aus der Gefangenschaft führst.“ Wie denn, ein Einzelner soll antreten gegen den Führer einer Großmacht? Er soll sich hinstellen, nichts anderes als das Wort zur Verfügung und dann?

Wen wundert es, dass Mose mehr als zaudert. „Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehe?“, so sein abwehrender Einwand. Aber diese Stimme im Dornbusch gibt nicht nach. „Ich werde mit dir sein, sei ganz beruhigt.“ „Ja aber, wenn ich denn schon in deinem Auftrag dorthin gehe, dann sag mir wenigstens deinen Namen“, wirft Mose ein.

Warum ist der Name so wichtig? Dazu muss man wissen, dass nach hebräischem Denken die Kenntnis des Namens bedeutet, auch über den Namensträger zu verfügen. Das ist auch der Grund, der bis heute den gläubigen Juden vermeiden lässt, den Namen des Herrn in den Mund zu nehmen.

Was Mose also mit der eingeforderten Namensnennung will, ist planbare, kalkulierbare ja prognostizierbare Zukunft. Er will Sicherheit, eine Art Lebensversicherung, statt sich hier auf ein tollkühnes, unsicheres Projekt einzulassen. Die Antwort Gottes bleibt souverän: „Ich bin, der ich bin“, oder auch „Ich werde sein, der ich sein werde.“ Keine Sicherheit, nur die Zusage: „Ich will mit dir sein“.

Der Fortgang dieser Geschichte ist weitgehend bekannt: Mose wagt den Weg nach Ägypten, konfrontiert den Pharao, die gefangenen Israeliten ziehen zu lassen. Der wiederum verweigert sich, wird erst durch zehn Plagen zur Einsicht bewogen, lässt die Israeliten ziehen, bereut seine Tat, folgt ihnen mit starker Streitmacht nach, um dann schließlich mit der gesamten Heeresstärke in den Wogen des Meeres unterzugehen.

Was mich an dieser Geschichte so fasziniert? Nur auf das Wort Gottes hin der politischen Macht entgegenzutreten im Dienst derer, die in bedrängten und gequälten Lebensverhältnissen ihr Dasein fristen. Ich merke wie sehr ich mir von dieser Courage des Mose mehr in unserer Kirche wünsche, von diesem Mut, anzutreten gegen eine falsche, Menschen verachtende Politik, die Menschen gefangen hält in ihrem Elend. Die Abschottungspolitik der Europäischen Union gegenüber Flüchtlingen treibt Tausende gegenwärtig in die Hände von Schleppern, illegalisiert ihr Dasein und lässt ebenso Tausende auf dem Weg über das Mittelmeer elend ertrinken. Das Mittelmeer als Grab der Menschenrechte, die auf diesem Kontinent doch so hoch gehalten werden. Warum sind wir kirchlich oft so passiv, so zurückhaltend, so politisch schmiegsam, anstatt uns aufzubäumen und die politischen Kräfte massiv zu konfrontieren mit dem, was nach unserer Überzeugung Gottes Wille ist? Etwas mehr von diesem couragierten Mose ohne die etablierte Rücksicht auf Political Correctness, das wäre unserer Kirche zu wünschen.

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