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Kirche in WDR 5 | 25.11.2017 | 06:55 Uhr

Da ist einer da

Autorin: Guten Morgen, wir sind Gäste auf der Erde, heißt es in der Bibel. Die Hospiz-Bewegung nimmt das wörtlich. Ein Hospiz beherbergt Gäste, die behütet und schmerzfrei sterben möchten. Rita Kyewski ist seit 40 Jahren Krankenschwester. Jetzt am Ende ihres Berufslebens arbeitet die 58-Jährige im Hospiz St. Raphael in Arnsberg. Beim ersten Besuch dort war sie überrascht:

Rita K: Es war alles sehr liebevoll gestaltet, hell und licht und mit einer Küche, wo gekocht wird, mit einem Esszimmer, einem Wohnzimmer und natürlich den Gästezimmern. Es war auch keine Trauerstimmung da, und das hat mich sehr berührt, dass es eher lustig und sehr lebhaft zuging.

Autorin: An diesem freundlichen Ort sterben manche Menschen leicht, weil sie sich darauf freuen, in einer lichtdurchfluteten und besseren Welt von ihren Liebsten empfangen zu werden. Lange vor ihrem Tod haben sie angefangen, Abschied zu nehmen. Der schwächer werdende Körper wurde mehr und mehr zur Last, sie liegen nur noch im Bett, die Kraft reicht gerade mal aus, Besuch zu empfangen.

Rita K.: Das sind alles schon so kleine Abschiede. Aber kurz vorm Eintritt des Todes sind die meisten ganz losgelöst und können richtig loslassen.

Autorin: Ich habe Rita Kyewski gefragt, wie sie die Sterbenden dabei unterstützt.

Rita K.: Das ist gar nicht viel, was wir da machen können. Es ist einfach nur da zu sein, wenn die Ängste da sind, und das stärkt wohl das Vertrauen auch, dass immer einer da ist und dass es vielleicht auch so weitergeht nach dem Tod, dass dann doch auch immer noch einer da ist. Daran glaub ich ja auch.

Autorin: Da ist einer bei mir. Das zu spüren und das zu glauben, tröstet Rita Kyewski auch, wenn Menschen schwer sterben und nicht Abschied nehmen können. Manchem Sterbenden hört man das an: „Er tönt“, sagt Rita Kyewski.

Rita K.: Mit jedem Atemzug macht er einen Ton. Es ist über Stunden manchmal, manchmal über Tage, als würde die ganze Last und dieses ganze “Ich will nicht gehen und ich möchte noch eigentlich hier bleiben, ich kann aber nicht mehr und dieser Körper will nicht mehr“, als würde das in einem Ton aus dem Menschen herauskommen.

Autorin: Rita Kyewski hofft, dass wir nach unserem Tod im Licht bei Gott geborgen sind.

Rita K: Licht ist ne Summe von Farben auch. Und ich seh es für mich so, dass diese ganze Summe der Farben halt die Energie und die Kraft und die Seelen dieser Verstorbenen sind und dass sie auch manchmal auch irgendwo noch spürbar sind, dass sie mit ihren Gedanken und ihren Kräften tatsächlich noch manchmal Einfluss nehmen auf die Lebenden und wohlwollend auf sie herabblicken.

Autorin: Mit eigenen Verstorbenen hat sie es so erlebt:

Rita K.: Ich fühle mich manchmal so, als würde mir jemnd dann über die Schulter gucken. Das hilft mir. Ja.

Autorin: Diesen freundliche Blick über meine Schulter erkenne ich wieder in dem Wort, das Jesus seinen Freunden kurz nach seinem Tod als Auferstandener sagt: Ich bin bei euch alle Tage, bis an das Ende der Welt. (Matthäus 28, 20)

Von diesen Worten möchte ich mich trösten lassen, solange ich Gast auf dieser Erde bin.

Es grüßt Sie Pfarrerin Kathrin Koppe-Bäumer aus Meschede.

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