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Kirche in WDR 3 | 14.05.2015 | 07:50 Uhr

Daniel

Guten Morgen! Da saß er, der kleine Daniel, zwischen seinen Eltern und den größeren Geschwistern in den Zuschauerreihen. Vor sich die große Freilichtbühne. Dort sollte gleich die Musik spielen: Aladin und die Wunderlampe. Alles prächtig inszeniert, bunt und lebhaft, effektvoll und phantastisch. Das Spiel begann. Aber der Kleine blieb ungeduldig. Auch als der große Zauberer in einem Riesensatz durch den Himmel flog, vom äußersten rechten Bühnenrand zum linken. Es schien ihn ein klein wenig zu erschrecken, aber es war nicht das, wonach er ausschaute. Angespannt wartete er weiter. In der Pause kam es dann aus ihm heraus: Und wann kommt die Musik? Die Musik? Ja, auf die wartete er. Da dämmerte es den Größeren endlich: Daniel hatte die Bühne bisher nur in einem Freiluft-Gottesdienst zu Himmelfahrt erlebt. Und die vielen Bläserinnen und Bläser der Posaunenchöre mit ihrer Musik hatten ihm damals viel mehr imponiert als heute ein fliegender Zauberer im Märchenstück. Und nun wartete er auf die Musik. Leider vergeblich.

Heute ist Himmelfahrt. Und heute finden an vielen Orten Freiluft-Gottesdienste mit Posaunenchören statt. Die Geschichte von Daniel zeigt ganz gut, worum es geht bei Christi Himmelfahrt und worum auch nicht. Völlig uninteressant an Himmelfahrt ist zum Beispiel das Spektakel: Von Jesus auf der Erde und seinem Flug in ein göttliches Jenseits, in den Himmel. Das Märchenhafte und die Showeffekte alter Himmelfahrterzählungen oder unserer Esoterik vom Himmelsflug – geschenkt!

Auf die Musik kommt es an, die da gespielt wird. Und die Musik sagt: Der Gekreuzigte und Verdammte wird erhoben. Der Verlierer gewinnt. Der geistlos Getötete wird - so verspricht er es - seinen Geist senden. Der uns Menschen in tiefster Verdammnis und in einsamster Hölle gesucht und gefunden hat, der kommt heraus aus dem Totenreich und schafft den Glaubenden einen Weg zum Leben. Er ist durch seine Himmelfahrt auf dem Ölberg in Jerusalem nicht dem Tod davongeeilt, wie es der Islam mit dem Koran deutet. Der Gekreuzigte entkommt nicht dem Tod, sondern er bricht die Macht des Todes. Jesus ist stärker als der Tod. Und seine Freundinnen und Freunde sollen nun die Musik aufnehmen und weiterspielen – und zwar hier auf der Erde. Da werden sie zu tun haben, um von diesem unspektakulären Leben und Sterben ihres Meisters zu reden und zu singen – und von dem unbegreiflichen Sieg über den Tod. Und dass die Erde nicht sich selbst überlassen bleibt und alle Hoffnungen im Grab enden.

Ach ja, weil das so unglaublich klingt und gegen tausendfache Erfahrung spricht, verfielen die ersten Christen irgendwann auch auf Zauberstücke à la Aladin. Sie nahmen Zuflucht zu heiligen Maskeraden und Theaterpomp auf den Bühnen der Welt. So meinten sie dann überzeugender zu sein. Und spielten doch nur Theater, Freilichtbühnenspektakel. Es genügte ihnen manchmal (leider viel zu oft!) nicht, einfach Boten Jesu Christi zu sein, des Gekreuzigten und Auferstandenen, des Bruders im Elend und Befreiers aus verzweifelter Not. Lieber wollten sie sich durchsetzen und Degen zücken und Kanonendonner veranlassen. Aber ihr Herr sagt: Ihr müsst auf meinen Geist warten und nicht eure Ungeister aus der Zauberflasche über die Welt jagen. Wartet auf meinen Geist. Seine Kraft sucht das Leben, nährt die Hoffnung, sie eint und versöhnt.

In der Musik dieser guten Nachricht ist alles enthalten: Die Bässe geleiten die Sterbenden und stärken zugleich das Urvertrauen zum Lebendigen; die Posaunen rufen zum Aufstehen und Ausschreiten trotz aller Angst; die Flöten locken das Leben und die Trompeten kündigen den Sieg des Gekreuzigten und Auferstandenen an.

Die richtige Musik zum Himmelfahrtsfest wünscht Ihnen Pfarrer Eko Alberts aus Bonn

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