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Kirche in WDR 2 | 27.11.2015 | 05:55 Uhr

Das Christentum bringt uns nicht weiter?

Autorin: „Politiker in der Flüchtlingskrise - die Angstmacher und die Ängstlichen“ – so lautete die Überschrift des Kommentars auf Spiegelonline Ende letzten Monats. Der Journalist Sebastian Fischer hat ihn verfasst. Die Frage nach dem Umgang mit Flüchtlingen sei komplex, einfache Antworten nicht möglich, schrieb Fischer. Sein Kommentar war differenziert, nachvollziehbar, bereichernd. Bis Fischer zu der Frage nach dem Machbaren kam.

Sprecher: Der Schlüssel ist die Integration der Ankommenden - sie müssen das wollen, wir müssen das möglich machen. Weder Verherrlichung noch Dämonisierung der Flüchtlinge wird uns dabei weiterbringen. Und übrigens auch nicht die jetzt vielerorts geforderte Rückbesinnung aufs Christentum, das nun ja auch schon gut 2000 Jahre alt ist.

Autorin: Die Rückbesinnung auf das Christentum wird uns nicht weiterbringen. Das ist eine steile These, die Fischer aber nicht mal einen Hauptsatz wert ist. Er verpackt sie unter ferner liefen. Ach, übrigens, was ich gerade noch mit anbringen wollte: Christentum bringt’s jetzt auch nicht.

Ich frage mich, Warum eigentlich nicht? Ist es nicht so, dass komplexe Fragen leichter gelöst werden, wenn viele nach einer Lösung suchen? Wieso sollte ausgerechnet die christliche Religion nichts beitragen können?

Und wieso Rückbesinnung? Etwa zwei Drittel der Bevölkerung in Deutschland gehören einer christlichen Kirche an. Manche sicher eher als passive Mitglieder. Doch viele sind gerade jetzt aktiv, sie sind in der Flüchtlingsarbeit. engagiert. Andere fragen gerade jetzt in der Advent- und Weihnachtszeit danach, was er heute für ihr Leben bedeuten könnte, der Gott, der vor 2000 Jahren in einer Krippe zur Welt kam, einer Notunterkunft, weil seine Eltern in Sachen Registrierung unterwegs waren. Da, in so einer Familie, hat sich der Gott der Christen gezeigt.

Auch in der Politik ist die Frage nach der Bedeutung des christlichen Glaubens längst in vollem Gange. Angela Merkel hat dazu einen wesentlichen Beitrag geleistet, als sie sagte: "Wenn wir jetzt anfangen müssen, uns zu entschuldigen dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land."

Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst. Das fällt den meisten ein, wenn sie an Christentum denken. Jesus wird einmal gefragt, wer eigentlich der Nächste sei. Er erzählt: Ein Mann wird überfallen, verletzt bleibt er liegen. Ein Priester geht vorbei, dann ein Tempelhelfer. Erst ein Fremder, ein Mann aus Samaria, leistet erste Hilfe, bringt den Verletzten in eine Herberge, zahlt für die Pflege. Wer ist dem Verletzten zum Nächsten geworden? Wer zeigt ein freundliches Gesicht? fragt Jesus und ändert damit die Perspektive. Wer dem Menschen in Not ins Gesicht sieht, wer was tut, der wird zum Nächsten.

Die Erzählung vom Samariter zeigt mir: Es geht in der sog Flüchtlingskrise nicht nur um die Frage nach dem Machbaren. Es geht um Werte. Und: Es geht um die Frage an jeden einzelnen, an jeden Politiker. Was bedeutet mein Glaube für mich. Will ich das, zum Nächsten werden? Kann ich das? Was macht mir Angst? Was gibt mir Kraft?

Die Frage, wie gehen wir mit den Flüchtlingen um, ist nicht bloß eine praktische. In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Darum geht es. Ich bin mir sicher, dass die Besinnung auf das Christentum eine Menge beitragen kann zu einer Gesellschaft, die alle sehen will. Die in der Not und die, die Angst haben. Eine Gesellschaft, in der wir nicht vorbeigehen, sondern anpacken – und weiter ein freundliches Gesicht zeigen.

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