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Kirche in WDR 2 | 14.08.2015 | 05:55 Uhr

Das Fest der Faulenzer

„Das Fest der Faulenzer“ ist vorbei. Naja, um es weniger dramatisch zu sagen: Die Ferien sind vorbei. Seit Mittwoch läuft wieder die Schule, heute beginnt die Bundesliga und auch die Politik ist wieder im Geschäft. Das Sommerloch 2015 ist abgehakt. Wobei: Wo war das Sommerloch diesmal eigentlich? Die großen Krisen hatten doch diesmal scheinbar keine Pause: Griechenlandrettung, der Skandal um die Blogger von Netzpolitik.org und natürlich das Thema Flüchtlinge beherrschten die Nachrichten. Ein richtiges Sommerloch war das gerade nicht. Es wäre auch zu schön, wenn mal nichts Dramatisches passieren würde.

Aber da scheint die Wahrnehmung schon sehr unterschiedlich zu sein! Denn: Anfang dieser Woche attestiert eine Umfrage den Deutschen ein enormes Maß an Selbstzufriedenheit . Der Tenor der Umfrage: 91 Prozent der Deutschen sind mit sich und ihrem Leben zufrieden. Danach ist bei den Deutschen von Krise weit weniger zu spüren als bei den anderen Europäern. Glückliche, satte Deutsche! Also: Soll alles so bleiben wie es ist, denn uns geht’s ja gut.

Aber ich befürchte, dass nicht alles so bleiben wird, wie es ist. Und das ist noch nicht mal schlimm. Denn Selbstzufriedenheit kann auch gefährlich sein. Wenn nämlich zum Erhalt der Selbstzufriedenheit Verdrängung geschieht, Probleme mit aller Macht ausgeblendet werden.

Als ich von der Studie hörte, fiel mir unweigerlich der Prophet Amos aus der Bibel ein. Leidenschaftlich hat er gewettert gegen die Selbstzufriedenheit seines Volkes: „Das Fest der Faulenzer ist vorbei!“ schleudert Amos vor über 2.000 Jahren den Eliten des Landes entgegen. Er prangert an, dass sie satt sind vom Leben im Luxus und nur noch um sich selbst kreisen – alles auf Kosten der einfachen Leute. Gottlos nennt er das und kündigt an, dass sich etwas ändern muss.

„Das Fest der Faulenzer ist vorbei“: Man muss es nicht so drastisch sagen, wie der Prophet Amos. Gerade Deutsche werden sicherlich nicht gern als Faulenzer bezeichnet. Aber es gibt auch eine Faulheit jenseits der Werktüchtigkeit. Es gibt eine Faulheit, die Krisen der Welt wahrzunehmen. Und es gibt auch eine Faulheit, sich in Solidarität mit den Menschen zu üben, denen es gerade nicht so gut geht wie einem selbst.

Die Ferien sind vorbei. Und vielleicht sehen wir Deutschen doch noch mehr, dass in der Welt gerade alles andere als Ferienstimmung herrscht. Und dass an vielen Stellen jetzt Solidarität gebraucht wird und nicht Verdrängung und Selbstzufriedenheit.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/zuwanderung-ttip-grosskonzerne-die-deutschen-sind-zu-satt-a-1047355.html

Bildrechte: Mikko Lathi (flickr) CC BY 2.0

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