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Kirche in WDR 3 | 11.01.2016 | 07:50 Uhr

„Das Gottesproblem“

Guten Morgen!

„Das Gottesproblem“, „The Problem of God“ – so lautet der Titel einer Kunstausstellung in Düsseldorf, die in diesem Monat zu Ende geht. Der Titel spricht mich an. „Kommst Du mit?“, frage ich einen kunstinteressierten Freund. Der winkt ab: „Ach, Du mit Deinem Gott, den gibt es doch nicht. Ist aber eine gute Erfindung, die funktioniert ja schon ziemlich lange.“

Da war es wieder: das Gottesproblem. Wie oft schon hat mich diese Frage intellektuell herausgefordert, in der Jugend und dann zu Studienzeiten: Gib es Gott? Kann man ihn beweisen? Oder ist Gott bloß ein menschengemachtes Wunschbild?

Das kurze Gespräch mit meinem Freund, erinnert mich an die Erzählung des Philosophen Antony Flew vom Gärtner zu dieser Frage. Lange galt Professor Flew als einer der einflussreichsten Atheisten weltweit. Flew war davon überzeugt: Der Glaube an Gott ist Unsinn, logisch nicht zu rechtfertigen. Es gibt keine Beweise für die Existenz eines Gottes. Daher lehnte er den Glauben an die Existenz Gottes strikt ab. Im Jahr 1968 entwickelte Flew die folgende Geschichte zu dem Gottesproblem:

Es waren zwei Forscher, die stießen auf eine Lichtung im Dschungel, in der unter vielem Unkraut allerlei Blumen wuchsen. Da sagt der eine: „Ein Gärtner muss dieses Stück Land pflegen.“ Der andere ist skeptisch und widerspricht: „Es gibt hier keinen Gärtner.“ Sie schlagen ihre Zelte auf und stellen eine Wache auf.

Doch kein Gärtner lässt sich blicken. „Vielleicht ist es ein unsichtbarer Gärtner.“ Darauf ziehen sie einen Stacheldrahtzaun, setzen ihn unter Strom und patrouillieren mit Hunden. Keine Schreie lassen vermuten, dass ein Eindringling einen Schlag bekommen hätte. Keine Bewegung des Zauns verrät einen unsichtbaren Kletterer. Die Hunde schlagen nie an.

Der erste ist überzeugt: „Aber es gibt doch einen Gärtner, der ist unsichtbar, unkörperlich und unempfindlich gegen elektrische Schläge; es ist ein Gärtner, der nicht gewittert, nicht gehört werden kann, ein Gärtner, der heimlich kommt, um sich um den Garten zu kümmern.“

Da geht dem Skeptiker die Geduld aus: „Was bleibt eigentlich von deiner ursprünglichen Behauptung eines real existierenden Gärtners noch übrig? Wie unterscheidet sich schließlich das, was du einen unsichtbaren Gärtner nennst, von einem eingebildeten Gärtner oder von überhaupt keinem Gärtner?“

Da ist sie wieder die Gottesfrage: Was unterscheidet Deinen Gott von gar keinem Gott? Was von einem Nichts? Die Geschichte von Anthony Flew ist gut erzählt. Aber sie führt auf eine falsche Spur: Nein, Gott ist kein Gegenstand in dieser Welt. Er ist nicht anzutreffen in unserer Welt wie ein Ding. Und schon gar nicht, läuft er in eine von uns aufgestellte Falle.

Aber es gibt provozierende Fragen – und die können heilsam sein: Was unterscheidet Deinen Gott von gar keinem Gott? Manchmal täte es uns Christen gut, in unserem Reden von Gott mehr Bescheidenheit und Nachdenklichkeit zu üben. Gott ist uns nicht verfügbar; als Christ bekenne ich, er ist der Unbegreifliche, ja der Ewige und Heilige.

Die Gottesfrage fordert heraus, mich nicht hinter banalen oder leeren Formeln zu verstecken. Als Christ kann ich doch zeigen, dass es sich lohnt, Gott zu vertrauen!

Aus Essen grüßt Sie Markus Potthoff

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