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Kirche in WDR 4 | 18.02.2015 | 08:55 Uhr

Das Leben schmeckt wieder (1. Könige 21)

Guten Morgen, liebe Hörerin, Guten Morgen, lieber Hörer.

Schmeckt ihnen das Leben? Nicht immer merkt man es, wenn das Leben nicht mehr schmeckt. Oft betäubt man sich mit Essen, Alkohol, man verdrängt. Heute, am Aschermittwoch beginnt in den Kirchen die Fastenzeit. Eine gute Gelegenheit, mal alles wegzulassen, womit ich mich sonst betäube und zu spüren: Schmeckt mir mein Leben noch? Was fehlt mir? Ist Gott noch da? Gründe zum Fasten gibt es viele. Nicht immer nur gute. Wie die Geschichte von König Ahab in der Bibel zeigt.

Wie so oft in der Bibel geht es um die Frage: Wem gehört das Land? Direkt neben dem Grundstück des Königs Ahab liegt nämlich die Parzelle eines kleinen Bauern. Der heißt Nabot, lebt hier mit seiner Familie und bewirtschaftet einen Weinberg. Der König möchte diesen Weinberg haben. Doch Nabot will nicht verkaufen. Sein Argument: Gott selbst habe ihm und seiner Familie diesen Flecken Erde als Lebensgrundlage zugewiesen.

Der König scheint machtlos gegen den kleinen, gläubigen Ackermann. Doch seine Frau, Königin Isebel, hat einen einfachen, aber wirksamen Plan: Sie weiht die Oberen der Stadt ein – man kennt sich, man ist sich immer wieder mal einen Gefallen schuldig! Also: Einen Skandal gegen den Bauern Nabot anzetteln. Man streut das Gerücht, der Nabot habe Gott und den König gelästert – die Wahrheit lässt sich biegen! Um Gott zu besänftigen, muss das ganze Volk fasten und Nabot sterben. Die Königin befiehlt, die Mächtigen kuschen, Nabot wird beseitigt – denn auf Gottes- und Majestätsbeleidigung steht die Steinigung. Das Land eines so zu Tode Gekommenen fällt an die Krone. Alles klar?

Nein! Denn wo das Fasten nur dazu dienen soll, Unrecht zu kaschieren, wo ein Gottesdienst dazu herhält, die Interessen der Mächtigen zu bemänteln – da steht Gott selbst auf. Das ist eine Beleidigung der göttlichen Majestät, die Gott nicht dulden wird.

Und so schickt Gott den Propheten Elia zum König Ahab. Ahab sieht den bekannten Gottesmann schon von weitem und er weiß genau, was ihm blüht – müde von seinem Scheinerfolg begrüßt er den Propheten mit den Worten: Hast du mich gefunden, mein Feind?

Ist der Prophet wirklich der Feind des Königs? Der Prophet wird den König mit der ungeschminkten Wahrheit konfrontieren – es wird keine Ausrede geben: dass er, Ahab das doch gar nicht war, schließlich habe seine Frau Isebel ihn dazu verleitet; nichts dergleichen. Elia, der Prophet sagt ihm: „So spricht der HERR: Du hast gemordet, dazu auch fremdes Erbe geraubt!“ Ahab weicht nicht aus. Er stellt sich, er fastet. Ihm schmeckt sein Leben nicht mehr – ihm fehlt Gott. Die ganze Zeit schon hat ihm Gott gefehlt – er hat es nur nicht gemerkt. Außer einmal, als sich sein Gewissen geregt hat und er dachte: Das wird nicht gut gehen... Doch da hat er sich dann auf irgendeine Weise narkotisiert.

Aber das geht jetzt nicht mehr. Er spürt: Das Leben schmeckt mir nicht. Gott fehlt. Und so fastet König Ahab. Er nimmt sich zurück. Ob Gott noch einmal auf ihn zukommt? Ja, das wird Gott tun. Aber Ahab und seine Familie, sie werden mit der angerichteten Schuld leben müssen und die Konsequenzen zu tragen haben. Und die Erfahrung nach dem Fasten? Gott hilft, zu tragen.

Die Fastenzeit eröffnet immer wieder neue Erfahrungen mit einem Gott, der überraschend da sein wird. Damit das Leben wieder schmeckt.

Einen guten Tag wünscht Ihnen Ihr Eberhard Helling, Pfarrer aus Lübbecke.

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