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Hörmal | 31.12.2017 | 07:45 Uhr

Den eigenen Lebensklang finden

Autorin:

Jedes Jahr eine neue To-do-Liste und ein paar gute Vorsätze zum Jahreswechsel? Das kann man sich getrost sparen, meint Martin Schleske, Geigenbauer und Buchautor. Für ihn geht das am Wesentlichen vorbei: der lebenslangen Aufgabe nämlich, den eigenen, inneren Klang zu finden.

O-Ton Schleske:

Wer ein erfülltes Leben sucht, der hat keine andere Wahl als zu fragen, was sich durch ihn erfüllen soll? Ich find’s unendlich langweilig, mich zu suchen, was soll ich denn da finden? Ich würde sagen: Nein, wir sind Instrumente, die berufen sind, Gott zu verwirklichen. Wir sollen Gottes-Ermöglicher sein, und dadurch – aus Versehen! – sich selber finden.

Autorin:

Jeder Mensch hat seinen eigenen Lebensklang, davon ist Martin Schleske überzeugt. So wie jede Geige einzigartig ist, die er baut - höchstens 15 pro Jahr.

In Fachkreisen wird der 52-Jährige mit dem berühmten Baumeister Stradivari verglichen. Kommentieren will er das nicht - der große schlanke Mann mit Nickelbrille und schwarzer Kappe auf dem kahlen Kopf. Am liebsten spricht er über die Arbeit an der Werkbank, für ihn ein Gleichnis für das Leben.

O-Ton Schleske:

Nicht das Holz wird dem Meister gerecht, sondern der Meister wird dem Holz gerecht. Die Weisheit Gottes umgibt uns und sie wird uns gerecht, sie bringt uns zum Klingen, Gott will uns als Instrumente zum Klingen bringen!

Musik: Geigenspiel

Melodie: Wächter meines Herzens, der vorm Dunklen schützt ....

Autorin:

Nur selten spielt der Geigenbauer vor Publikum, so wie hier im Gefängnis von Essen, bei einer Lesung vor Gefangenen. Einige haben sein Buch gelesen, Titel: „Der Klang“. Und sie wollten mehr darüber hören, wie das funktionieren kann: Den eigenen inneren Klang zu finden, wenn das Leben aus dem Takt ist. Auf den Haltepunkt kommt es an, sagt Schleske, und demonstriert das am Holz:

O-Ton Schleske / Atmo

Wenn man nicht weiß, wo man’s halten muss, dann klingt das so: klopf, klopf, klopf - völlig dumpf, weil es nicht am richtigen Ruhepunkt, am Knotenpunkt gehalten wird. Noch mal der Knotenpunkt, so - klopf, klopf, klopf (klingt hell und klar) – und noch mal an der falschen Stelle - klopf, klopf, klopf- klopf, klopf, klopf.

Autorin:

Viele Menschen sind wie ungestimmte Instrumente, meint Martin Schleske, aber jeder hat eine Berufung und kann zum Klingen kommen. So wie das Holz, das er in seiner Werkstatt bearbeitet. Für ihn ist das Gespräch mit Gott der Ruhepunkt und die Musik letztlich in Klang gegossenes Gebet.

O-Ton Schleske:

Ich kann mir den Geigenbau nicht vorstellen ohne Gott, ich kann mir das ganze Leben nicht vorstellen ohne. Mir geht’s um diese Leidenschaft der Seele, Gott zu suchen. Gott möchte uns als Gegenüber mit unseren Fragen, mit unserer Suche: „Bittet, so wird euch gegeben, klopft an, so wird euch aufgetan, sucht so werdet ihr finden“, sagt Jesus.

Literatur:

Martin Schleske: Der Klang. Vom unerhörten Sinn des Lebens. Kösel Verlag, München 2010, 352 Seiten, 21,95 Euro.

als Taschenbuch: Goldmann Verlag, München 2014, 448 Seiten, 12,99 Euro.

Internet www.schleske.de

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