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Kirche in WDR 2 | 03.12. 2018 | 05:55 Uhr

Der erste Gedanke

Autor: Sie kommt pünktlich zu ihrem Arzttermin. Das Wartezimmer ist voll. Das findet sie dieses Mal überhaupt nicht schlimm. Am liebsten würde sie gar nicht drankommen. Eine böse Vorahnung kriecht in ihr empor. Dann wird sie aufgerufen. Das Sprechzimmer kommt ihr heute besonders trist vor. Sie wartet.

Der Arzt kommt und schüttelt ihr die Hand. Er setzt sich, schaut ihr in die Augen und sagt: Ich habe schlechte Nachrichten für sie, der Befund ist da. Sie haben Krebs ….“

Mehr hört sie nicht. Ihre Gedanken fahren Achterbahn.

O-Ton: Das glaub ich jetzt nicht! – Verdammt! – Jetzt bist du eine kranke Frau! – Warum ich? – Neee, dass bin ich nicht! –

Autor: In einem Videoclip haben Frauen, die an Krebs erkrankt sind, ihren ersten Gedanken nach der Diagnose geschildert. Ein Schockmoment, in dem sich das Leben um 180 Grad dreht. Aufraggeber dieses Clips ist eine Selbsthilfeorganisation, die Menschen nach der Diagnose Krebs begleitet und unterstützt.

O-Ton: Abschied! - Aus, das wars! – Besser ich als meine Tochter! – Ich will leben!!

Autor: Der erste Gedanke bleibt oft in Erinnerung. Bei Betroffenen und bei Angehörigen. Dieser Clip hat mich bewegt. Weil er mich an meinen ersten Gedanken erinnert. Als meine Mutter zum ersten Mal die Diagnose Krebs bekam, war ich nicht in ihrer Nähe. Aber als er Jahre später zurückkehrte, saß ich unmittelbar neben ihr. Mein erster Gedanke war:

Oh Gott!

Dieser Gedanke hat sich bei mir eigebrannt. Dieses ´Oh Gott!´ ist mir in den darauffolgenden Jahren immer wieder in den Sinn gekommen. In den verschiedensten Facetten. Aus dem schockierenden ´Oh Gott´ wurde manchmal ein hoffnungsvolles ´Oh Gott!´. Dann, wenn eine Therapie Erfolge brachte. Manchmal kehrte er als verzweifelter, anklagender Gedanke zurück. Dann, wenn die Nebenwirkungen über sie hereinbrachen. Manchmal auch einfach so, wenn ich nicht genau wusste, wo ich mit meinen Gefühlen hinsollte. Einfach ´Oh Gott´.

Dieser Gedanke hat nicht die Schwere der Krankheit genommen. Er hat auch nicht die Frage nach dem ´Warum?´ geklärt.

Aber er hat mir trotzdem geholfen. Weil ich das Gefühl habe, dass sich jemand bei diesem ´Oh Gott´ angesprochen fühlt. Das tröstet mich.

https://www.youtube.com/watch?v=K7YhV7Zp_fw

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