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Kirche in WDR 2 | 07.01. 2019 | 05:55 Uhr

Der erste Montag im Jahr

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist ist das Wochenende leider auch schon wieder vorbei. Tja.

Und heute ist nicht nur Montag, sondern der erste Montag in einem neuen Jahr. Ich mag ja die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr. Und auch die ersten Tage im neuen Jahr. Ich habe das Gefühl, die Welt schaltet einen oder zwei Gänge runter. Das finde ich schön. Alles ist gemächlicher. Und ich lasse mich anstecken. Weniger Mails. Weniger Internet. Spaziergänge am Rhein. Einatmen und Ausatmen. Tee trinken. Zeitung lesen. Ein neues Kochrezept probieren.

Wie schön. Die ersten Tage des Jahres sind so wunderbar unaufdringlich. Als seien sie nur das Vorspiel. Als müsse sich das neue Jahr erst eingrooven. Die ersten Tage: Wie die Anlaufspur an der Sprungschanze. Die Zeit, bevor das neue Jahr Fahrt aufnimmt und abhebt.

Und dann kommt der Montag. Der erste Montag. Die Ferien sind zu Ende. Der Christbaum nadelt. Du musst dran denken ihn aus dem Haus zu tun, denn die Müllabfuhr nimmt ihn mit. Du musst wieder arbeiten. Wieder Stau auf dem Kamener Kreuz. Wieder Drängelei in der Bahn. Das Mailfach quillt über. Die Dunkelheit will nicht enden. Der Nebel. Der Hund ist krank. Der Nachbar nervt.

Könnte die stille Zwischenzeit nicht immer sein? Könnte die Zeit nicht immer eine Zeit dazwischen sein? Jedenfalls eine – andere Zeit? Alles hätt sing Zick – sagt der Kölner. Die Bibel formuliert es etwas vornehmer:

Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit: eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben. Eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Ausreißen der Pflanzen. (…) Eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen, eine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz. (…) Eine Zeit zum Stillsein und eine Zeit zum Reden. (…) Gott wird das Verjagte wiedersuchen.“

Okay, kannst du jetzt sagen. Hilft mir nicht wirklich weiter. Vertröstungspoesie. Manchmal musst du halt auf der A3 im Stau stehen - dafür darfst du am Ende des Jahres unter dem Christbaum sitzen. Manchmal musst du halt mit nervenden Helikoptereltern bei der Schulpflegschaftversammlung sitzen – dafür darfst du am Wochenende mit Kind und Hund an den Rhein. Das Schöne ist der Lohn für das Erdulden des Doofen.

Ich finde, es geht nicht ums vertrösten, es geht um Trost. Und das ist was anderes. Es gibt beides. Die Helikoptereltern – und den Spaziergang mit dem Hund. Die verstopfte Zoobrücke – und die Hängematte im Garten. Die Zeit, in der das Telefon nicht stillsteht – und die stille Zeit zwischen den Jahren. Beides bildet den Rhythmus des Lebens. Das Leben soll dir keine Angst machen. Auch dann nicht, wenn du nur noch verstopfte Brücken siehst und die Hängematte weit weg ist.

Gott wird das Verjagte wieder suchen. So endet ja der Text. Da liegt für mich der Trost. Wenn du aus dem Takt kommst. Wenn du den Rhythmus nicht halten kannst. Dann ist ein anderer da. Und deine Angst vor dem ersten Montag und überhaupt vor dem, was das Jahr bringt – die nimmt er mit.?

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