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Kirche in WDR 4 | 01.08.2015 | 08:55 Uhr

Der Glaube an das ewige Leben

Guten Morgen!

Erfahrungen von Trauer und Tod haben keine Ferien. Das Thema liegt nicht nur auf im November, im klassischen Trauermonat, sondern ereilt Menschen zu jeder Zeit – auch zur Sommerzeit. Und wer Betroffen ist, den interessiert auch nicht, dass laut Statistik die Sterberate jetzt in den Sommermonaten deutlich niedriger ist als im Winter.

Mich hat die Trauer eingeholt in diesem Frühjahr. Da ist meine Mutter gestorben und es war insofern eine intensive Zeit, weil die private Trauer dann noch überlagert wurde von der großen öffentlichen Trauer. In diesen Tagen vor vier Monaten herrschte schon fürchterliche Gewissheit um die Umstände des Absturzes der Germanwings-Maschine.

Und vielleicht lag es an diesem, im wahrsten Sinne, von Trauer durchkreuzten Frühjahr, dass ich die Gedenkfeier im Kölner Dom besonders mit verfolgt habe, die damals stattfand. Ich hatte genauer hingehört, weil ich durch meine private Trauer nur zu gut diese Frage kannte: Was spendet da Trost?

Der Kölner Erzbischof, Rainer Maria Kardinal Woelki, sagte in seiner Predigt, dass es gut sei, die kostbaren Erinnerungen an diese geliebten Menschen wach zu halten.

Zugleich stelle er aber auch die Frage: „Gibt es mehr als diese Erinnerungen?“

Sehr behutsam antwortete er als Christ:

O-Ton Woelki

„Wir Christen glauben das. Wir glauben an das Ewige Leben. Nicht an ein unendliches Leben, das nach dem Tod einfach so weiterläuft. Nein! Wir glauben an das Ewige Leben, das die Zeit außer Kraft setzt,

das über den Tod hinausgeht, aber das wir schon in diesem Leben erfahren können“.

Und der Erzbischof fügte hinzu, dass er fest daran glaube, dass die Summe aller Momente der Erinnerung an die 150 Toten der Unglücksmaschine in Gottes Hand aufbewahrt sind – für immer.

Na ja, könnte man einwenden; hört sich ganz gut an und so etwas Frommes, sollte man von einem Bischof auch erwarten.

Aber: Kann der Glaube an das Ewige Leben die quälende Frage nach dem Warum wirklich beantworten?

Erzbischof Woelki werden diese Anfragen bewusst gewesen sein, denn er stellte selbst die Fragen in seiner Predigt: Kann man das glauben? Ist es wirklich ein Trost für uns Menschen, dass Gott selbst mit unserem Leid mitleidet?

Und dann legte Erzbischof Woelki auf besondere Art ein Zeugnis ab:

O-Ton Woelki

„Hier stehe ich nun also: als Mensch, als Christ, als Erzbischof von Köln,

und ich habe keine theoretische Antwort auf das schreckliche Unglück vom 24.März 2015. Aber ich kann auf die Antwort zeigen, an die ich selbst glaube, die meine Hoffnung ist: auf den mit-leidenden Gott am Kreuz.“

Und er zeigte auf das Kreuz, da an den Stufen des Kölner Doms aufgestellt war. Kardinal Woelki beendete seine Predigt mit einem Vorausblick auf den eigenen Tod und gab seiner Überzeugung Ausdruck: wir alle würden dann auf ewig mit unseren Lieben gemeinsam sehen, dass Gott alle Tränen abgewischt hat.

Was für ein hoffnungsvolles Bild!

Sicherlich wird auch dem Erzbischof bewusst sein, dass damit nicht alle Zweifel beseitigt sind.

Entscheidend ist, ob ein solcher Glaube und eine solche Zuversicht mir in dem Moment hilft, wenn der Tod eines geliebten Angehörigen sich ereignet.

Ich kann Ihnen erzählen, dass diese Worte mich in meiner persönlichen Trauer um meine Mutter jedenfalls berührt hatten, da sie sehr einfühlsam sind.

Und auf ihren Tod hin sehr passend.

Nach einem langen Krebsleiden durfte sie friedlich zuhause einschlafen.

Sie wurde nicht so plötzlich aus unserem Leben gerissen wie bei einem Flugzeugabsturz. Aber auch sie ist nicht mehr als fassbare Person in unserer Familie.Was mich tief beeindruckt hat, war, wie sie die letzten Tage auf uns alle gewirkt hat. Friedlich, ganz ruhig und zuversichtlich – fast schon lächelnd.

Es war als sei sie sich ganz sicher, dass ja jemand auf sie wartet.

Ein Gott, der alle Tränen abwischt.

Ihnen allen wünsche ich auch in schweren Stunden solche tröstenden und hoffnungsvollen Momente, Ihr Peter Krawczack aus Düsseldorf

Copyright Vorschaubild: Public Domain Pixabay

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