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Kirche in WDR 3 | 17.10.2017 | 07:50 Uhr

"Der Herr ist mein Hirt"

Auf jeden Menschen wartet sein Bibelvers. Und wenn es gut geht, finden beide sich eines Tages. Das ist die These eines evangelischen Pfarrers im Roman "Das einfache Leben" von Ernst Wiechert, einem Schriftsteller der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Als ich die entsprechenden Sätze zum ersten Mal las, war ich berührt. Ja, das erlebe ich genau so: Auch wenn mich die Bibel als ganze fasziniert - was mich wirklich packt, sind einzelne Erzählungen, Verse, vielleicht sogar noch kürzere Formulierungen.

Deshalb möchte ich Ihnen genau das heute Morgen als Zugang zur Heiligen Schrift vorstellen: bei einem Vers der Bibel zu bleiben und ihn auch als Sprechtext wahrzunehmen.

Als Beispiel nehme ich den Einstieg in Psalm 23: "Der Herr ist mein Hirt". Solch ein bekannter Satz birgt die Gefahr in sich, gar nicht mehr wirklich wahrgenommenen zu werden. Dabei hat es der Vers in sich. Versuchen Sie doch einfach mal, diesen Vers laut zu sprechen! Sofort stellt sich nämlich die Frage: Auf welchem Wort liegt die Betonung: auf "Herr" oder auf "Hirt"? Sagen Sie: "Der Herr ist mein Hirt", dann haben Sie bereits eine Vorstellung von dem, was ein Hirt für Ihr Leben ist. Es ist der, der das Sagen hat; der sich auskennt und weiß, was gut für einen ist; der die Seinen versorgt ... Wie immer sie das Hirtenbild füllen: Die Frage steht im Raum: Wer nimmt diese Rolle in Ihrem Leben ein? Vieles wäre denkbar: z. B. der Arbeitgeber, Ehefrau oder Ehemann, Eltern; der Staat. Wer betet: "Der Herr ist mein Hirt", hat die Frage bereits eindeutig beantwortet: Gott nimmt diese Rolle ein. Aber: Nur weil der Psalm die Antwort vorgibt, muss sie für Sie persönlich ja noch lange nicht stimmen. Der Vers wird mehr zur Frage als zur Aussage: Wer ist wirklich der Hirt in Ihrem Leben? Stimmt es, wenn Sie an dieser Stelle Gott sagen?

Und was passiert, wenn Sie betonen: "Der Herr ist mein Hirt"? Dann ist das Selbstverständliche die Rede von Gott. Aber: Was stellen Sie sich unter diesem Gott vor? Wie würde Sie die Rolle Gottes in Ihrem Leben umschreiben? Wieder gilt: Dass die Bibel an dieser Stelle vom "Hirten" spricht, nimmt Ihnen die eigene Antwort nicht ab. Sie kann auch ganz anders lauten. Der Psalm regt einfach an, nach der ehrlichen eigenen Antwort zu suchen.

Ein einziger Vers - und so viele Fragen. Es kann sich lohnen, einmal nur bei einem Vers zu bleiben, einen ganzen Tag lang - oder auch länger.

Einen guten Tag, mit einem guten Hirten an ihrer Seite wünscht Gunther Fleischer aus Köln

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