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Kirche in WDR 2 | 18.04.2018 | 05:55 Uhr

Der hoffende Boxer

In der Halle, wo mein Boxtraining ist, hängen an allen Wänden Fotos von Boxern.

Auf einem ganz großen Plakat ist ein Boxer im Ring zu sehen: aus seiner Schläfe tropft Blut, der Schweiß läuft ihm über den muskulösen Körper. Er schaut grimmig zur Seite, als ob er sich für den nächsten Schlag sammelt.

Auf der Hose, die er trägt, steht mittig unter dem Nabel: Hope. Hoffnung.

Während des Trainings fällt mir dieser Boxer immer besonders auf. Für mich ist es nicht so erstrebenswert, beim Boxen zu bluten, im Gegenteil. Schmerzen sind etwas, was ich möglichst vermeiden will. Ich gehe da eher hin, um Energie loszuwerden und fit zu bleiben. Trotzdem: dieser Boxer ist mir irgendwie wichtig. Er steht mit seiner „Hoffnung“ auf der Hose für das Leben, das wir alle führen: denn jeder muss sich mal durchboxen, jeder muss mal einstecken.

Ich verbinde mit dem Boxer das Gefühl: ich werde jetzt durchhalten, auch wenn es aussieht, als ob ich es nicht schaffen kann. Egal, ob ich realistisch gewinnen kann: ich bleibe dran. Ich sammle Kraft. Ich versuche es gleich nochmal. Ich habe Hoffnung.

Auf dem Bild ist nicht zu erkennen, ob der Boxer den Kampf gewinnen wird. Sein Gesicht sagt auch nicht, ob er vielleicht schon verloren hat. Das einzige, was klar ist: Er hat Hoffnung bei sich, in großen Buchstaben. Und die stehen da, wo bei anderen der Markenname auf der Hose stehen würde. Er läuft also nicht Werbung für irgendeinen Sportartikelhersteller, sondern er wirbt für die Hoffnung. Er wirbt dafür, die Hoffnung zu behalten, nach vorn zu schauen.

Für mich hat der hoffende Boxer mit meinem Glauben zu tun:

Der Theologe Leonardo Boff hat mal gesagt: „Das Christentum ist eher eine Religion der Hoffnung als des Glaubens. Ohne Hoffnung verliert es seinen Sinn.“

Da ist was dran, finde ich. Ohne Hoffnung verliert nicht nur meine Religion ihren Sinn, sondern auch meinen Leben.

Wenn nicht darauf hoffen kann, dass sich Dinge ändern, die gerade so richtig mies laufen, dann wird es schwer, durchzuhalten.

Nicht umsonst heißt es oft etwas ironisch: „Die Hoffnung stirbt zuletzt!“

Stimmt. Denn ohne Hoffnung macht alles keinen Sinn.

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