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Kirche in WDR 2 | 31.05.2016 | 05:55 Uhr

Der Kakapo

(Miniszene: Himmelsklänge / Kirchenhall, Sprecher mit Pathos:)

„Sorget Euch nicht. Seht auf die Vögel des Himmels…“

(Bremmsgeräusch oder Zwoosh)

Nein, heute mal nicht auf die Vögel des Himmels gucken, sondern auf den Kakapo! Und der lebt auf der Erde. Genauer: auf Neuseeland. Die Lektion, die der Kakapo uns Menschen lehren kann, die hat mir der großartige Douglas Adams mitgegeben, in seinem Buch „Auf der Reise zu den letzten ihrer Art“. Die Lektion ist ein bisschen kompliziert – wie so fast alles im Leben des Kakapos. Er ist nämlich der einzige Papagei, der nicht fliegen kann. Das kommt daher, weil Neuseeland über Tausende von Jahren dem Paradies sehr ähnlich gewesen sein muss. Es gab dort nämlich keine Raubtiere, keine Katzen, keine Wölfe, keine Ratten - gar nichts. Da der Kakapo also keine Feinde hatte, musste er auch nicht wegfliegen können und er hat das mit der Zeit schlicht verlernt. Ohne Fressfeinde war es auch wichtig, dass der Kakapo sich möglichst langsam fortpflanzt. Sonst wäre es zu einer Überpopulation gekommen und das Essen knapp. Die Art wäre gefährdet. Also hat der Kakapo ein weltweit einzigartiges Balzverhalten entwickelt, das so kompliziert ist, dass es eigentlich nur von einem echten Fachmann erklärt werden kann…

[ZWOSSH Professorenstimme, großer Hörsaal, gehüstel, Kreide an Tafel ]

Rolle: Zu Beginn der Paarungszeit setzt sich der männliche Kakapo in ein Loch auf einem Berg und gibt tiefe dunkele Basstöne von sich, um die Weibchen anzulocken. Das Problem mir Basstönen ist, dass man nicht sagen kann, woher sie kommen. Das Kakapoweibchen kann dies auch nicht. Sollte das Weibchen das Männchen dennoch finden beginnt dieses mit einem Balztanz, der häufig dem Weibchen gar nicht gefällt. Sollten sich die Beiden trotz des ungeschickten Werben des Männchens einig werden, kann das Weibchen nur Eier legen, wenn der Rimubaum Früchte trägt. Das passiert nur alle 3 bis 5 Jahre.

[ZWOSSH zurück]

Diese Art zu leben funktionierte für den Kakapo ganz gut bis der Mensch nach Neuseeland kam und eine riesige Horde von Raubfressern mit sich brachte. Und die haben erst mal die Eier unter den schönen Bäumen verputzt. Und da der Kakapo überhaupt keine Ahnung hat, was ein Feind sein soll, wartet er einfach was passiert, wenn ihm beispielsweise ein Marder über den Weg läuft. Was glauben sie was passiert? Richtig! Er wird gefressen. Aus diesem Grund gibt es nur noch ca. 100 Kakapos.

Als Menschen denken wir nun, was ist das nur für ein dummes Tier? Seine Überlebensstrategien sind völlig nutzlos. Der Kakapo muss sich anpassen, um zu überleben.

Dabei machen wir Menschen denselben Fehler. Nur genau anders herum: Vereinfacht gesagt hat sich die Menschheit in einer Welt mit Feinden entwickelt, in einem ständigen Kampf um Nahrung. Das hat uns gelehrt misstrauisch zu sein und möglichst viele Ressourcen anzuhäufen, egal ob wir sie brauchen oder nicht. Wir haben gelernt, nach kurzfristigen Erfolgen zu suchen und sind dadurch kurzsichtig geworden. Langfristig gesehen werden diese Verhaltensweisen die komplette Menschheit in Gefahr bringen. Wollen wir also einfach so weiter machen? Um uns zu retten müssten wir unsere erlernten Verhaltensweisen grundlegend verändern. Gelebte Nächstenliebe wäre ein erster wichtiger Schritt.

Copyright Vorschaubild: Kakapo jidanchaomian CCBY-SA 2.0 flickr

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