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Kirche in WDR 2 | 19.05.2016 | 05:55 Uhr

Der Marienkäfer

Herzlichen Willkommen zu einem kleinen Quiz am frühen Morgen!

Bei einen „Coccinellidae“ handelt es sich um:

a) einen exotischen Cocktail?

b) einen portugiesischen Abwehrspieler von Westfalia Herne?

Oder um c) einem weltweit verbreiteten roten Käfer mit schwarzen Punkten, der früher als Himmelsgeschenk gefeiert wurde?

Die Zoologen unter ihnen haben es sicher erraten. C) ist richtig. Hinter dem „Coccinellidae“ verbirgt sich der allseits bekannte Marienkäfer!

Die Herkunft des Namens „Marienkäfer“ lässt sich allerdings nicht zoologisch, sondern aus der europäischen, christlichen Tradition erklären. Im Englischen heißt er Ladybird, auf Dänisch „mariehone“, auf Kroatisch „bubamara“ und im Spanischen mariquita. Alle Bezeichnungen haben eins gemeinsam: Sie beziehen sich auf die Mutter Gottes, die heilige Maria. Jetzt fragt man sich natürlich:

„Hä? Was hat der Käfer mit Maria zu tun? Die Marienfarbe ist doch blau und nicht rot. Ist die die Schutzheilige für Käfer, Schaben und weitere Insekten? Oder was?“

Nein, die Sache sieht ein klein wenig anders aus! Das hat etwas mit landwirtschaftlicher Tradition zu tun:

Früher, als es noch keine Chemiekeulen gegen Ungeziefer gab, waren die Bauern auf natürliche Schädlingsvernichtung angewiesen. Da war der kleine Marienkäfer natürlich der große Star, weil ein einzelnes Exemplar bis zu 3000 Milben und Blattläuse frisst. Einen besser Ernteschützer kann man sich nicht denken. Da haben sich die Landwirte von früher wohl gedacht

„So einen kleinen nützlichen Kerl, kann es ja nicht nur rein zufällig geben. Den hat uns sicher die heilige Gottesmutter geschickt, um uns zu helfen. Dann nennen wir den jetzt einfach: „Marienkäfer!“

Übrigens: in evangelischen Gegenden, wo Maria jetzt nicht sooo viel zu reißen hatte, wurde der Jesuskäfer oder Herrgottskäfer genannt, um den katholischen Einfluss loszuwerden.

Wobei die Katholiken auch die sieben schwarzen Punkte auf dem Käferrücken mit Maria zusammen brachten. Sie sahen darin Symbol für die sieben Schmerzen Mariens. Und jetzt geht’s richtig tief in die Glaubenskunde: Die sieben Schmerzen der Gottesmutter haben nämlich nichts mit Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Zahnschmerzen zu tun, sondern mit einer Begebenheit in Jesu Babyphase, als ein alter Mann, Simeon, seiner Mutter voraussagt, dass sie viel erleiden wird wegen ihres Sohnemanns: die Flucht nach Ägypten; dann als Jesus im Tempel weggelaufen war; ihre Begegnung mit Jesus beim Kreuzweg; seine Kreuzigung; seine Abnahme vom Kreuz und siebtens: natürlich seine Beerdigung.

All dies hat sie ertragen und ist treu bei ihm geblieben – tolle Frau! Kein Wunder also, dass die Menschen geglaubt haben, dass die Gottesmutter ihnen hilft - und sei es nur mit einem kleinen Käfer!

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