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Kirche in WDR 2 | 24.02.2017 | 05:55 Uhr

Die Gelassenheit

Zu dieser frühen Stunde lassen wir es mal etwas ruhiger angehen und reden einmal über die „Gelassenheit“, die genaugenommen eine katholische (christliche?) Erfindung ist.

Rolle: „Gelassenheit? Im Ernst? Das ist ja nicht gerade der erste Begriff, der einem zum Thema Religion und Kirche einfällt!“

Das ist leider richtig. Dabei ist die Gelassenheit ein ganz wichtiger Grundsatz im Christentum, der von Meister Eckhart erfunden wurde.

Rolle: „Meister Eckhart!!! Das ist doch der Schreiner bei dem der Pumuckel wohnt! Aber so gelassen war der gar nicht? Der hat sich doch immer so schnell aufgeregt!“

Ähm, ja äh nein, dass war der Meister Eder und nicht Meister Eckhart. Meister Eckhart war ein superwichtiger Theologe, Philosoph und Dominikanermönch, der vor 700 Jahren gelebt hat und der hat wie gesagt die Gelassenheit erfunden.

Rolle: „Erfunden? Wie hat der das denn gemacht? Hochkomplexe Versuchsreihen in der Hängematte oder was? Hä Hä.“

Eh Nein. Meister Eckhart hat das Wort Gelassenheit erfunden. Ohne ihn würde das nicht im Duden stehen. Er meinte damit, dass man sich selbst lassen soll. Das bedeutet, dass man sich selbst nicht so wichtig nehmen soll.

Rolle: „Booaah. Schon wieder so einer, der will, dass man die ganze Zeit Buße tut, nur Wasser trinkt und am Besten direkt in der Kirche einzieht, damit man noch mehr beten kann!“

Nee, eben nicht. Meister Eckhart war überhaupt kein Fan davon, dass der Gläubige auf alles verzichtet, sich von den Menschen zurückzieht und immer nur mit traurigem Gesicht durch die Gegend läuft. Das könnte ja dazu führen, dass man von denkt:

Rolle: „Hallo Gott. Guck mal wie toll ich verzichten kann. Hier Ich Ich! Und beten kann ich wie kein Zweiter! Mega! Hier ich!!!“

In so einem Fall würde man sich ja schon wieder sehr wichtig nehmen. Gelassenheit ist kein Wettbewerb, wo man etwas leisten soll. Im Gegenteil, man soll ja etwas sein lassen. Man soll sich selbst Gott überlassen und der macht dann schon den Rest. Man soll in sich selbst Platz schaffen, damit Gott in einem Platz haben kann. Meister Eckhart selbst aufgeschrieben hat:

Rolle: „Du brauchst Gott weder hier noch dort zu suchen, er ist nicht weiter als vor der Tür Deines Herzens. Ihn drängt es tausendmal heftiger nach Dir als Dich nach ihm.“

Wer diese Erfahrung gemacht hat, der kann dann wirklich mal gelassen sein.

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