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Kirche in WDR 2 | 21.10.2014 | 05:55 Uhr

Die Heiligen unseres Überflusses

Fast wie im Schlaraffenland. Wenn Sie mit mir in diesem einen Wellnesshotel in der Rhön gewesen wären, wüssten Sie, wovon ich spreche. Mein Frühstück heute morgen kommt da nicht mit und ich tippe mal: Ihres auch nicht, es sei denn Sie sind gerade in diesem Wellnesshotel. Alles, ja wirklich alles, was man sich so zum Frühstück vorstellen kann, gab es da. Obst? So ca. 20 Sorten. Eier? Gebraten, gekocht und pochiert. Milch, Kefir, Quark, Molke und Joghurt, eine Müsli-Bar, die ihren Namen verdient, und außerdem ausreichend Brotsorten, Schinken, geräuchert und gekocht, Marmeladen soweit das Auge reicht und – muss ich wirklich noch weiter reden?

War wunderbar. Ich war satt für den ganzen Tag. Aber auch erstaunt: Es war jede Menge übrig auf den Tellerchen, in den Kasserollen und Brotkörben. Und man kann sich ja denken, dass das nicht alles noch einmal aufgetischt oder im Mittagessen wiederverwertet werden kann. Ja, so sind wir: im Verschwenden eben ganz groß. Die Hälfte bis ein Drittel aller Lebensmittel wird bei uns weggeschmissen. Und die Gründe dafür sind selten zwingend: abgelaufen – sah nicht mehr gut aus – essen wir ja doch nicht mehr – wer hat denn das komische Zeug gekauft?

Weg damit! Darum sorgt sich ab jetzt die Müllabfuhr.

Etwas zu sehr entspannt gehen wir da mit den Gaben unserer Welt um. Wir dürfen ja bloß nicht glauben, wir hätten das alles so einfach selbst verdient. Ich meine dieses große Ganze, in dem wir leben – was gläubige Menschen Schöpfung nennen. Eigentlich ist uns alles nur geschenkt, eher sogar nur geliehen worden. Die Bibel fasst es in der Schöpfungserzählung so: Wir sind nur die Gärtner dieser Welt, nicht ihre Besitzer. Da ist es undankbar und ganz schön dreist, regelmäßig ein Drittel der Ernte wegzuschmeißen.

Zum Glück gibt es auch in unserer Gesellschaft so seltsame Heilige, wie es sie zu allen Zeiten gab. Leute, die den meisten sehr komisch vorkommen, aber eigentlich genau das Richtige tun. Das sind die Typen, die nachts die Müllcontainer von Biosupermärkten und ähnlichem nach Essbarem durchforsten und davon mehr als gut und so gar nicht eklig leben. Ist ja meistens noch gut und original verpackt. Manche dieser modernen Heiligen finden Obst vom Tage, originalverpackten Biokäse und Cornflakespackungen mit abgelaufenen Preisausschreiben – so viel davon, dass sie ihren Nachbarn noch davon abgeben können. Eigentlich unglaublich: fast wie im Schlaraffenland.

Copyright Vorschaubild: Michael Coghlan CCBY-SA 2.0 flickr

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