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Kirche in WDR 2 | 17.02.2014 | 05:55 Uhr

Die Katze - der bessere Mensch

“Das Leben und dazu eine Katze, das ergibt eine unglaubliche Summe, ich schwör’s euch!“ Rainer Maria Rilke beschreibt ein Lebensgefühl, das so oder ähnlich viele teilen.

Mehr als acht Millionen Tinkas, Mickies und Lolas –so die Schätzung- leben in deutschen Haushalten. Kratzen morgens um halb fünf an der Balkontür, um wahlweise unbedingt rein- oder ganz dringend rausgelassen zu werden, springen solange aufs Bett bis endlich Leben in die Bude kommt oder geben jammernde Laute von sich, wenn der geliebte Mensch vor ihnen den kuscheligen Platz verlässt.

Als selbstbewusste Mitbewohnerinnen ergatterten sie so mit der Zeit den Platz ganz oben auf dem Treppchen; in der Rangfolge der beliebtesten Haustiere belegt die Katze Rang eins – ein Platz, der ihr zusteht.

Mindestens, würde die Nachbarskatze Bieni, sagen. Denn ein Blick in die Geschichte zeigt, es ging noch besser. Im alten Ägypten hatte die Katze Kultstatus. Das Überleben der Bevölkerung hing damals- als die Ernte durch Dürreperioden oder Überflutung manchmal knapp oder gänzlich ausfiel- an der Vorratshaltung. Katzen bekamen zunehmend Bedeutung im Kampf gegen Mäuse und Ratten. Aus dem Zweckbündnis wurde schließlich eine Lebensgemeinschaft. Die Katze wurde mehr und mehr geachtet bis sie schließlich als vollwertiges Familienmitglied oder sogar als Göttin angesehen wurde.

Ein Status, an den sie heute wieder nahe herankommt. Doch warum eigentlich? Statt Mäuse zu vernichten, tragen die geliebten Miezen kleine Nager zum besseren Spiel in Haus und Keller. Außerdem zerkratzen sie Möbel, schlecken heimlich an der und pinkeln in die Erde von Topfpflanzen.

Trotzdem werden sie geliebt oder muss es heißen, gerade deshalb? Katzenliebhaber kennen die Antwort. Zunächst: eine Katze nutzt ihre Sinne . Da dreht sie die Ohren und lauscht wieweit der Nachbarshund entfernt ist, erschnuppert, was vom Tisch gefallen ist oder prüft tastend den Wasserstand in der Gießkanne.

Dann; Katzen sind selbständig, sie passen auf sich auf. Verlassen sich nie auf ihren Menschen, sondern entscheiden selbst -je nach Mut und Lage- ob sie die Flucht ergreifen oder vorpreschen.

Katzen sorgen für sich. Sie klagen Spielzeit ein und Fressen, sie suchen sich den besten Platz, im Karton, im Beet oder oben auf dem Schrank, um ihre durchschnittlich 18 Stunden Schlaf zu bekommen. Und bei schlechtem Wetter oder im Winter geben sie nie die Hoffnung auf, sondern gehen immer mal wieder vor die Tür, um zu gucken, ob denn endlich Sommer ist.

Am sechsten Tag, so erzählt es die Bibel, erschuf Gott Tiere und den Menschen. Und es scheint, als sei die Katze schon damals besonders wach gewesen. Als habe sie die Ohren aufgestellt und genau zugehört, als Gott alles ansah, was er gemacht hatte, und sagte; „Wow, sehr gut“. Jedenfalls geht die Mieze seither ohne jeden Selbstzweifel durchs Leben. Wach und achtsam, anschmiegsam und abweisend, zärtlich und wild, ist sie zum Inbegriff der Individualität und der Unbestechlichkeit geworden. So ist sie, wie sie ist - sehr gut.

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